LYNNE FIDDMONT „Lady“ (Midlife Records)

Die Brücke. Billie Holiday ist Legende. Ihr Vokalstil war prägend, ihre Persönlichkeit schillernd, ihre Geschichte kurz und tragisch. Sie war die Lady Day. Einigen ihrer vielzitierten Songs nahm sich nun die famose Lynne Fiddmont an. Die Frau, deren zartbesaitete Stimmbänder ungezählte Studio-Aufnahmen zwischen Jazz und Pop unmerklich veredelten, die die seidenweiche Unterlage zu den unterschiedlichsten Musiken von Stevie Wonder bis Phil Collins bereitete, fühlte sich nun dazu berufen die Klassiker des Holiday Repertoires einen modernen Anstrich zu geben. Und sie tat gut daran. Mit unglaublicher Finesse gelingt Fiddmont und ihrem Team (u.a. Gerald Albright, Kirk Whalum, George Duke, Christian McBride oder Billy Childs) eine erfrischende Revitalisierung der Standards. Natürlich weiterhin Jazz, aber weltoffen und grenzüberschreitend – dazu in jedem Moment modern und auf der Höhe der Zeit. „“All The Way“, „Good Morning Heartache“ oder „God Bless The Child“ werden nicht simpel zitiert, sondern in rundum erneuerten Arrangements zu Gehör gebracht. Hier ein flinker Latin-Beat, dort eine transparente Smooth-Jazz Fassade und auf der anderen Seite eine Handvoll straight gespielter Basis-Jazzer direkt aus dem Lehrbuch des Genres. Dabei macht sich Lady Fiddmont jeden dieser Gassenhauer zu ihrem ganz persönlichen Freund – zeitweise verflechtet sie gar eigene Melodielinien mit den Noten eines Cole Porter („Night & Day / I Think Of You“) oder wird eins mit der großen B.H. („Fine & Mellow“ / So Fine“). Jede Sekunde ein hochgradig sinnlich-verführerisches Vergnügen.
Wertung: 8,5/10
Kaufen: http://www.cdbaby.com/cd/LynneFiddmont1
Info: http://www.lynnefiddmont.com

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SEDUCTIVE SOULS „Spirit“ (Lounge Records)

Wer liefert im Moment den kurzweiligsten Stoff für die Tanzböden der Stadt, der Republik und weit darüber hinaus? Während weit-und querdenkende Rezensenten und Konsumenten noch über irgendwelche Namen aus den USvonA grübeln, wissen intelligente Tänzer schon längst die Antwort. Und die liegt, wie so häufig, weit näher als man denkt – und zwar in Bremerhaven!. Der Rob Hardt hat dort seine Homebase und von dort startete er die konsequente Eroberung der Clubs. Seine Firma ist SedSoul und die Seductive Souls sind sein aktueller Beitrag zur Befreiung von Geist und Körper durch konsequente Zuführung von hochkonzentrierten Dosen umfassender Beatz & Grooves. Diese bezieht der Herr Hardt aus dem Fundus der Großen des Genres. Doch auf die Mischung kommt es an. „Spirit“ ist Disco, Latin. Soul, Funk und Jazz – beste Zutaten aus den besten Tagen der jeweiligen , auf den Punkt genau remixed & remodelt und zeitgerecht serviert. Frische Rhythmen (u.a. verantwortet von Disco-Legende Tom Moulton) , bunte Arrangements (Streicher und Hörner inklusive), zupackende Hooks („Your Love“ besitzt All-Time-Favorite Potential) und tolle Stimmen (Donald McCollum, Aaron Washington, Robert Walker, Sulene Fleming oder Cleo Fernandes) – die Seductive Souls haben die passenden Argumente, um auch ungeübte Nicht-Tänzer von ihren Qualitäten außerhalb der Clubs zu überzeugen.
Wertung: 9/10
Kaufen: http://www.amazon.de/Spirit-Seductive-Souls/dp/B003X297C4/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1285779816&sr=1-1
Info: http://www.lounge-records.de/artists.php?artist_id=25

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RICHARD EARNSHAW „ In Time“ (Groovefinder)

Was lange währt…“In Time” brauchte Zeit und bestätigt, daß selbst im kurzlebigen Tanzboden-Fach eine ausgereifte Produktion ihre Zeit für eben genau diesen Reifegrad braucht. Diese Zeit nahm sich Richard Earnshaw, der sich ansonsten seine Zeit mit dem Mixen und Produzieren ungezählter Grooves & Beatz vertrieben hat. Seit siebzehn Jahren im Geschäft, seit sieben Jahren mit seinem Solo-Debut beschäftigt und nun auf den Punkt „In Time“. Ein DJ bittet zum Tanz. Mit entsprechender Expertise geht der Mann zu Werke und vollzieht den großen Bogen von House zu Soul zu Funk zu Jazz. Club-Sounds, zeitlos aktuell, dazu mit fein eingefügten Momenten der Ruhe und Besinnung, in denen das zurückhaltend gesprochene Wort der Ursula Rucker über einer lounge-gerechten Soundcollage verankert ist. Atmo-Sphäre. Auch entspannt, auch soulful, aber etwas mehr Drama bietet Imogen Ryalls Vortrag „Cry Me A River“, dem Julie London Gassenhauer, dem mit Earnshaws Bearbeitung eine zeitgerechte Aufwartung gemacht wird. Zurück zum Wesentlichen. Hier tummeln sich fulminante Beatz, die auf die britische Art umgesetzt werden. Man nehme eine greifende Hookline, unterlege diese mit feinen Beatz, füge heimlich vertrackte Bassläufe und Harmonien ein, lasse sich von einigen guten Freunden und ihren Instrumenten und Stimmen (Eric Dillard, Carleen Anderson, Jocelyn Brown, Kenny Thomas…) wirkungsvoll unterstützen und arrangiere das Ganze mit Herz und Verstand. „In Time“ ist hochkonzentrierter Tanz-Stoff, intelligent aufbereitet und daher auch ohne Discokugel immer ein Quell der Freude.
Wertung: 8,5/10
Kaufen: http://www.amazon.de/Time-Richard-Earnshaw/dp/B003ULP3ZS/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1286149806&sr=8-1
Info: http://www.myspace.com/richardearnshaw

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JAMEIL AOSSEY „The Euphonious Suite“ (Aossey Int.)

Euphonious = wohlklingend. Damit ist eigentlich das wichtigste zum Thema Jameil Aossey gesagt. Und doch lohnt das genauere hinhören, denn der Mann aus Ohio hat sich nicht irgendwelchen schönen Tonfolgen verschrieben, sondern ist bestrebt diese durch das gezielte Zusammenspiel von Hip-Hop, Jazz und Soul zu erreichen.
Aha. „I´m smoove with a V, I´m kool with a K““ lautet das Selbstverständnis des Herrn, der damit die Richtung vorgibt. Cool und smooth, aber eben auf die etwas andere Art. Denn den Mann im eleganten Outfit und Retro-Image bewegen seit Kindertagen die vermeintlich frischen Beatz des Hip-Hop. Dazu lernte er wie man die richtig bösen Worte der Welt entgegen werfen kann, ohne damit die Nachbarn aus in ihren gepflegten Vorstadt-Gärten zu vertreiben. Nun braucht es nur noch fundamentale Grundkenntnisse der Mathematik und schon ist zu erkennen, daß Jameil Aossey die Welt mit der Zusammenführung von Straße und Fahrstuhl zu erobern gedenkt. Dabei stellt er sich durchaus geschickt an – Rhythmen, die einen mitnehmen, Arrangements, die mit Jazz und Soul spielen – dazu ein Rap, deren Tonlage den Akteur als weichgespülten B-Boy ausweisen. Bei Bedarf („Melodies“) zeigt Herr Aossey auch seine Talente als Blue-Eyed-Souler im Stil eines Robin Thicke. Das ist „classy“ und grooved locker, keine Ecken, keine Kanten – Jameils Sound-Bonbon flutscht ungehindert in jeden Gehörgang und selbst wenn sein Gitarrist den Jimi Hendrix Blues („The Closing Groove“) gibt, bleibt das Resultat immer auf der Seite des keimfreien Wohlklangs, Euphonisch eben.
Wertung: 7/10
Kaufen: http://www.cdbaby.com/cd/aossey
Info: http://www.jameilaossey.com)

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WILL DOWNING „Lust, Love and Life“ (Peak)

Das Leben und die Liebe – eine Geschichte aus der Welt des Paarungsverhaltens in urbanisierten Lebensräumen. Aufgeschrieben und erzählt von Will Downing, dem großen Romantiker unter den Soulisten, dessen gebuttertes Timbre immer noch die wohligsten Schauer über die geglättete Haut seiner Hörerinnen zu treiben vermag. Und wir mögen ihn natürlich auch. Die „Audio Soap Opera“, die er uns offeriert ist die (fiktive?) Geschichte einer Dame namens Dee Washington, die eines schönen Abends einen Herrn namens Will Rollins kennenlernt. Man ist sich sympathisch und die Dinge nehmen ihren Lauf…nette Idee, aber spielentscheidend sind eben die harten Fakten.
Zwar konnte er mit keinem seiner fünfzehn Alben an die musikalischen Versprechungen seines Debuts (remember: „A Love Surpeme“) ankoppeln, doch die immer wieder ansprechende Stimmlage ,im Verbund mit einer erwachsenen Melange aus Soul und einer wohldosierten Portion Jazz, war oftmals Argument genug, um sich mit offenen Herzen und Ohren dem Will Downing hinzugeben. Ebenso verläßlich bediente der Mann seine Kundschaft, wo W.D draufsteht ist auch nur W.D drin – und das ist gut so. Mit „Lust, Love & Life“ macht er nun zudem auch einen entscheidenden Schritt aus dem Schatten wohltönender Belanglosigkeit – seine Grooves & Beatz haben nun wieder einen festeren Griff, die Arrangements verlieren sich nicht unter einer Dunstwolke des wabernden Schönklangs, sondern wirken klar strukturiert und pointiert, die entscheidenden Hooklines setzen sich mit Penetranz in den Gehörgängen fest. Downing setzt direkte Zeichen in Richtung R&B, ist dadurch mehr im Hier und Jetzt, bleibt dabei selbstredend gewohnt stilsicher-elegant und ist durch seine wieder gefundene Spielfreude eine sichere Bank für Freunde gehobener Schwarzmusik.
Wertung: 8,5/10
Kaufen: http://www.amazon.de/gp/product/B003WKA84I/ref=s9_newr_gw_ir03?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_s=center-1&pf_rd_r=16BM1QYVCJDMJ4P9W5KR&pf_rd_t=101&pf_rd_p=463375193&pf_rd_i=301128
Info: http://www.willdowning.com)

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WAVEMUSIC VOL. 15 (Wave)

Look & Feel – als Einstieg und Einführung in eine neue Software zählt häufig der erste Eindruck. Sind alle Dinge an der richtigen Stelle postioniert, ist das Design einladend und die Bedienung intuitiv? Der Wohlfühl-Faktor ist entscheidend und damit sind wir auch schon übergangslos bei den von uns favorisierten Sound-Designern der Fa. Wave, die gerade ihre fünfzehnte Zusammenstellung gehobener Klangwelten vorstellen. Produkte aus dem Hause Wave setzen Standards. Weiterlesen

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TY CAUSEY „Down II Earth“ (Tyvonn)

Ty Causey ist Ty Causey ist Ty….auch auf seinem neuen Album bedient sich der Mann der einst gefundenen Formel. Daher verbleiben mir für die nunmehr schon sechste Auflage des Causey-Soul kaum mehr noch nicht ausgesprochene Lobpreisungen (siehe Einleitung). Zuverlässig und präzise gelingt es dem Artisten immer wieder neue Perspektiven seinem Sound-Erfolgs-Modell abzugewinnen – hier ein wenig mehr Druck aus der Rhythmus-Abteilung („Livin´ On The Borderline“), dort eine Hookline mit nachhaltiger Wirkung („A Place In Your Heart“). Weiterlesen

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GEORGE DUKE “Déjà Vu” (Heads Up)

Onkel George erzählt aus seinem Leben. Und das war, und ist, natürlich voll von Jazz und Funk und Soul. Da gibt es mancherlei kurzweilige Anekdote, die der Duke immer wieder gern zum Besten gibt. Entsprechend seiner Leidenschaft hängt hier der Himmel nicht voller Geigen, sondern wird erfüllt von den mannigfaltigen klanglichen Möglichkeiten, die ein umfangreiches elektronisches Tasten-Arsenal anzubieten vermag. So bleibt dem Mann nichts anderes übrig, als seine nicht eben sensationelle Stimme zurückhaltend einzusetzen. Weiterlesen

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SWAY PENALA “My Story” (ThirtySeven Records)

Auf der Mitte der Straße. Sway Penala steuert seinen Soul-Pop–Kreuzer in überzeugend sicherer Manier über die Unebenheiten des aktuellen R&B Geschehens. Dabei eckt nirgends an, verzichtet auf übellaunige Hip-Hop Beigaben oder hohlräumige Sample-Nichtigkeiten, sondern verbleibt konzentriert in leichtgewichtigen Bereichen. Weiterlesen

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MAMAS GUN “Routes To Riches” (Candelion)

Die Welt ist bunt. Die Welt des Andy Platts ist bunter. „Routes To Riches“ nennt er seinen Führer durch die Welt der Popmusik-Farben, die ihm im Verlauf seines Lebens die Grauschleier des Alltags zu vertreiben halfen. Hier ein Soul-Schmetterling aus den glorreichen Tagen des Sixties-Motown-Soul, dort ein Regenbogen in allen Farben des universellen Pop, dazu verspielte Kleckse aus Funk, Reggae und Rock. Alte Schule neu gemischt. Selbstredend ist die Farbenlehre, Weiterlesen

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