LOCKSMITH „Unlock The Funk“ – BARBARA MASON „Love´s The Thing“ & „Transition“ (Soul Brother & Expansion)


Neues aus der Vergangenheit. Die immer zuverlässigen Sucher nach den verlorenen Soul-Schätzen präsentieren ihre aktuellen Fundstücke. Selbstredend können die hier versammelten Aufnahmen von Locksmith, Mighty Fire oder Mass Production für den erfahrenen Soulisten kaum als Wieder-Entdeckung gelten, doch ist allein die Möglichkeit der Compact-Disc-Verfügbarkeit dieser Klassiker eine wichtige Quelle zwischen Kurzweil und Information für den interessierten Schwarz-Musik-Nachwuchs. Sicher, nicht jeder Take der hier vorzustellenden Musikanten hat das Zeug für den Ewigkeits-Groove, doch findet sich in den jeweiligen Angeboten ausreichend Soul-Funk-Stoff für den persönlichen Classic-Mix. Mein Favorit? Mighty Fire und ihr perfekt umgesetzter Early-80s Sound – irgendwo in der Mitte zwischen Mtume/Lucas, E.W.&F und Dayton. Unbedingt empfehlenswert.

Info: www.expansionrecords.com
www.soulbrother.co.uk

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MANUELA PANIZZO „Don`t Fall In Love With Me“

„Don´t Fall In Love With Me“ – wie soll das denn gehen? Eigentlich kaum möglich, wenn Manuela Panizzo uns mit derart verführerischen Musiken lockt. Ausgereifter Soul-Jazz, musikalisch unterstützt von Xantoné Blacq und schon daher mit der Garantie für kurzweilige Arrangements und grenzüberschreitende Grooves & Beatz. Das dazugehörende Album wurde zwar schon vor zwei Jahren eingespielt, erfährt aber in diesen Tagen einen Rundum-Relaunch, den sich der geschmackssichere SonicSoul Nutzer nicht entgehen lassen sollte.

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QUANTIC „Magnetic“ (Tru Thoughts)

Einmal um die Welt und wieder zurück. Der Will Holland, den die aufgeklärte Musik-Szenerie meist nur als Quantic kennt, präsentiert uns auf seinem ersten Album unter eigenem Namen seit fast 8 Jahren einen kunterbunten Querschnitt durch das Musikschaffen auf unserem Planeten. Natürlich konzentriert sich der Mann, der die letzten Jahre in Kolumbien verlebt hat, auf die Klimazonen, in denen der dort beheimatete Rhythmus direkt und unverzüglich zum Tanz auffordert. Natürlich reichert er die erdverbundenen Beatz mit Synthie-Sounds an. Entsprechend quirky kommt uns der Opener entgegen – „Magnetic“ startet mit einem stapfendem Elektro-Instrumental gleichen Namens, dass in seiner fundamentalen Einfachheit die wichtigsten Elemente der daran anschließenden Quantic-Reise zusammenfasst. Südamerika, die Karibik, Afrika – die wichtigsten Stationen der Rhythmus-Route, die durch die jeweilige Anwesenheit wichtiger Mit-Macher aus den jeweiligen Ländern zusätzlich Lokal-Kolorit in Form und Sprache erhält. Arme in die Höh´, die Hüften locker und die Beine in behender Bewegung – Trommeln und Percussions allerorten, die modernen Variationen zum Thema „World-Music“ laden zum Tanz im körperfernen Gewand. Und wenn dann irgendwann der Morgen graut, die Schritte den modernen Gut-Welt-Menschen in Richtung heimatlicher Gefilde lenken, begleitet sie „Magnetic“ mit einem wunderfein orchestriertem Midtempo inklusive deutlicher Brasil-Jazz-Note („Agua De Sorongo“), bevor mittels eines sanftgemuten Abstechers in britische Folk-Regionen („Painting Silhouettes“) die Aufregungen der Nacht noch einmal Revue passiert werden lassen.

Info: www.quantic.org
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THIEVERY CORPORATION „Saudade“ (ESL)

Der schöne Klang der Melancholie. Eric Hilton und Rob Garza, gemeinsam seit Jahren als Thievery Coporation für diverse Grooves & Beatz verantwortlich, die gemeinhin global für die moderneren Tanzflächen im Einsatz sind. Doch nicht nur die Vorliebe für die unterschiedlichsten Bewegungs-Musiken führte das Duo zusammen – die Bossa Nova, und die mit ihr einhergehende versonnene Magie der Traurigkeit war schon immer eine Herzensangelegenheit der beiden Musikanten und DJ´s. Irgendwo im engen Geflecht zwischen Electro-Beatz und Dub-Gebrummel tauchten die feinen Sound-Gespinste immer mal wieder auf, aber noch nie zuvor in der Hülle und Fülle, wie jetzt auf dem 7. Album der TC. Passend zum heraufziehenden Sommer verlegen Eric und Rob mit großzügiger Geste eine breitangelegte Revue des Wohlklangs. Authentische Atmosphäre mittels langjährigem Rollenstudium der musikalischen Vorgaben von Antonio Carlos Jobim, Gal Costa und Luis Bonfá, dazu kompetente Vokal-Gäste, die sich mehrsprachig (portugiesisch, italienisch, englisch, französisch…) in zart-zerbrechlicher Manier über dem immer eleganten Sound-Ambiente äußern und kompetente Mit-Macher, die den Geist der „Saudade“ verstanden haben. „The quiet Sound of Thievery Corporation“ – das finden wir schön.

Info: www.thieverycorporation.com
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SOUL ON THE REAL SIDE (Outta Sight)

Immer auf der richtigen Seite mit Outta Sight. Die so überaus rührigen Erhalter der guten Soul-Werte haben sich für ihre aktuelle Kompilation mit dem befreundeten Label Real Side zusammengetan, um eine ungemein gut unterhaltende Mixtur aus 70er Jahre Klassikern und obskuren Musiken der 2000 Jahre vorzustellen. Sound und Inhalt sind nahezu identisch, immer tanzbar, immer mit dem nötigen Kratzen an den Ecken und Kanten, immer aus (und mit) Liebe gemacht. Michael Wycoff, Madagascar, Bobby Glover, Chocolate Milk, Tyrone Davis oder Dr. Buzzard´s Original Savannah Band dürften weiträumig bekannt sein (oder etwa nicht?), während die Neuzeit-Modern-Souler, wie Jacqui Williams (u.a. mittels eines vom legendären Tom Moulton bearbeiteten „Real Love“ Remakes) oder Jesse Gomez sich erst kürzlich auf den Weg gemacht haben. Für Perlensucher und Neu-Entdecker.

Info: facebook
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ADAM JOSEPH „Love Philosophy“ (Gomination Records)

Blaue Augen und Soul. Ein Kombination mit Tradition und durchaus unterschiedlichen Resultaten. In jüngster Zeit verlegten sich die Vertreter dieser Zunft entweder auf das Nacherzählen der Soul-Geschichte der 60er – 70er, oder entnahmen aus Fremdbesitz wohlbekannte Zutaten und Ideen, um diese mit entsprechendem Effekt in die eigene Sound-Suppe einzurühren. Originalität klingt anders. In etwas so, wie der Adam Joseph, der mit seinem zweiten Album in die weichgepolsterten Sound-Fauteuils seines Debuts zurückfindet. Gut so, denn die Ausflüge in die Welt der Hi-Energy-Tanzhallen mögen den Adam in Bewegung gehalten haben, ohne aber bis zu uns durchzudringen. Nun also wieder feine Melodien und Arrangements mit Pfiff. Eigentlich Pop, aber eben obendrein mit dem wichtig-richtigen Soul-Anteil, den uns der junge Mann in reinster Blue-Eyed-Manier zukommen lässt -genau in dem Maße, in dem es die zart-beseelten Stimmbänder zulassen. Ein federleichter Hauch von sommerlicher Atmosphäre, der gelegentliche Anklänge der Melancholie dezente Tiefe verleihen.

Info: www.adamjosephmusic.com
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RUTH KOLEVA „Ruth“ (Flat Line Collective)

Rundherum, doch immer geradeaus. Bulgarien ist allgemein nicht bekannt, als das Land in dem Soul- und Jazzblüten in voller Schönheit zu bestaunen sind – doch mit dem Auftritt der Ruth Koleva ist diesbezüglich einiges in Bewegung geraten. Die junge Frau, die schon früh ihr Heil im Abhören diverser Soul- und JazzKlassiker zwischen den Polen des Marvin und der Ella suchte, begab sich so getaktet schon in frühester Jugend auf den Pfad der musikalischen Erleuchtung. Nach einigen Irrungen und Wirrungen konnte sie ihre Stimme nun in Verbindung mit den Musiken der modernen Soul-Szenerie unserer holländischen Nachbarn bringen. Vincent Elbers als Seravince konnte vor Jahresfrist unsere vollste Aufmerksamkeit erlangen – und eben die hier Musikanten, die hier schon aktiv waren sind es jetzt, die „Ruth“ in feinster Manier unterstützen. Vincent übernahm die Produktion, die Piano und Elektro-Parts und schob auch gleich noch einige Melodien ein, während Schlagzeuger Richard Spaven, der bereits für Flying Lotus oder José James durch flexibel-innovatives Handling auffällig wurde, seine Spuren deutlich durch die elf hier versammelten Tracks ziehen kann. Doch über allem wärmt der scheinbar zart-besaitete Ton der Koleva-Stimme, die sich in schönster Manier in die aufgezogenen Melodiekurven legt. Irgendwo zwischen modernem Tanz, Blue-Eyed-Soul, Jazz und gebrochenen Beatz. Nicht verpassen!

Wertung: 8,5/10
Info: www.ruthkoleva.com
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MOONCHILD „Nobody“

Europareise mal anders. Moonchild bereisen für ihr Video zur neuen Single Lettland, Holland, Österreich, Italien, die Schweiz und Deutschland. Postkarten-Idylle. Passend dazu zarte Tonfolgen aus sanften Percussions, einigen Tupfern vom Piano und einigen fast unmerklichen Streichern. Sehr schön. Am 25.03. gibt´s das neue Album „Please Rewind“. Kling-Klang-Klong.

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RUBEN STUDDARD „Unconditional Love“ (Verve)

Die ganz weiche Welle. Der Ruben Studdard ist eigentlich eine Entdeckung aus der Casting-Show-Welt, hat dieser aber schon seit geraumer Zeit ganz weit hinter sich gelassen und gibt den volltönenden Soul-Crooner auf höchstem Niveau zum Besten, wann immer einem auch der Sinn nach großem Gefühls-Polster steht. „Unconditional Love“ nennt er seine nun über Verve erhältliche CompactDisc, die sich ganz im Stil der aktuellen Zeit mit den Melodien der Vergangenheit beschäftigt. Jedem Soul-Vokal-Artisten seine persönliche Auswahl, und nachdem sich selbst der unvergleichliche Will Downing auf seinem neuen „Euphoria“ Album mit den Songs der Anderen beschäftigt, sollte man auch Herrn Studdard seine Interpretationen zugestehen. Seine Auswahl dürfte allerdings für die ein, oder anderen, verbogene Augenbraue sorgen, denn schließlich zählt das Liedgut von Neil Diamond oder Paul McCartney nicht zum engeren Favoritenkreis der eingeschworenen Soul-Zirkel. Aber Obacht, denn dem so freundlich vom Back-Cover lächelnden Artisten gelingen eine Reihe gar wundervoll tönender Musiken. Die Geigen flirren im Hintergrund, während eine äußerst bedacht agierende Rhythmus-Abteilung für erlesene Tonfolgen sorgt, zu denen der Ruben alle Facetten seiner Stimmbänder erklingen lässt. Perfekt, fein-moussierender Soul-Schaum.
Info: facebook
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CITRUS SUN „People Of Tomorrow“ (Dome)

Was lange währt. In vorliegendem Fall sprechen wir von immerhin 13 Jahren – dem Zeitraum, den sich „Bluey“ Maunick gegeben hat, um eine Art Nachfolger des von ihm anno 2001 betreuten ersten Albums einer Combo namens Citrus Sun zusammenzustellen. Den gibt´s jetzt in Form von „People Of Tomorrow“ und es ist eine Art Fan-Projekt des unvergleichlichen Musik-Produzenten: „Citrus Sun is a project born of my love for Jim Mullen´s playing and the desire to be part of a band with him. We are now good friends and I have collaborated with him on several projects including Terry Callier and Mario Biondi. but as a teenager in the Seventies I was just a fan. He’s an amazing musician”. Jim Mullen? Könnte gut sein, dass der Name geläufig ist, denn dessen Spiel begleitete jahrelang ungezählte britische Soul und Jazz Artisten. Sein wohltemperierter Ton und sein äußerst leichtfingriger Umgang mit den Saiten gelten als vorbildlich – Grund genug also den Jim in den Mittelpunkt einer flott-fließenden Jazz-Funk-Smooth-Fusion-Latin-Soul Melange zu stellen. Rundherum gestalten britische Berufsmusiker aus dem Spannungsfeld zwischen Incognito, Jamiroquai, James Taylor, Galliano und Simply Red die Tonfolgen – immer punktgenau, immer mit einer gewissen Nonchalance, immer jenseits zwischen gut und böse. Perfekte Sounds für sonnige Nachmittage.

Info: CitrusSun 2014
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