Die zartesten Sprossen der Liebe. In Töne gegossen von James Tillman, einem jungen Artisten, der uns zuletzt schon auf der famosen „Bama Loves Soul 2“ Kompilation aufgefallen ist. Tief-gefühlige Sounds & Moods, akustische Gitarren und weichzeichnende Streicher – passend für frühlingshafte Schwingungen jedweder Art, nur allzu stürmisch sollten sie nicht sein. Sehr schön so!
Das Saxofon. Update 2014. Bereich: Jazz, aber mit Fusion und gern auch mal in Smooth. Womit eigentlich über diese 3 Herren, und ihre aktuellen Musiken, bereits die wesentlichen Dinge gesagt sind. Selbstredend sind die Aufnahmen perfekt gestaltet, die Produktion ausgefeilt und oft faltenfrei, das Musikantentum über jeden Zweifel erhaben und die dargebotenen Sounds in jedweder Lebenslage unfallfrei abhörbar.
Der Jackiem Joyner, trotz seiner 34 Jahre mit reichlich Erfahrung im Job, gibt sich noch am ehesten ohne Kompromiß. Er spart sich den Einsatz schmückender Vocal-Partien und dankenswerterweise auch das Abspielen irgendwelcher Soul-Klassiker. Das ist gut so und liefert eine solide Basis für sein nunmehr 5. Album – eine ganz auf sein Spiel konzentrierte Smooth-Jazz Packung, in jedem Moment passend für Freunde des Genres. Gäste sind übrigens Keiko Matsui und Gerald Albright. Max Merseny steht seinen US-Kollegen selbstredend in keinster Weise nach. Dabei ist sein Ton eine Spur rauer, sein Hemd kariert und eine gewisse Nähe zu Hip-Hop ist durchaus gewünscht. Also wird ein wenig ge-scratcht und ge-rapt, dazu gibt´s eine ordentliche Dosis Soul (siehe auch die bemerkenswerte Auskopplung „At Midnight“), sowie nennenswerte Beiträge der musikalischen Begleiter. Die Gästeliste führt u.a. Michael „Patches“ Stewart und Alex Han auf.
Für Freunde des Soul-Jazz ist sicher Sam Rucker´s „Tell You Something“ der Favorit dieser Runde. Ein wenig Name-Dropping gefällig? Norman Connors, Bobby Lyle, Tom Browne, Alyson Willams…klingt vielversprechend, nicht wahr? Sicher ist, dass sich der Sam die richtigen Mit-Macher für seinen Zweitling ausgesucht hat – derart begleitet besteht kaum Gefahr, dass das musikalische Angebot irgendwo in Fahrstuhl-Schacht der Gebrauchsmusik endet, auch wenn das Abspielen wohlbekannter Soul-Weisen eigentlich immer höchstes Allerwelts-Potential bietet. Doch Sam, und seine Freunde, umkurven jede Untiefe die Songs, wie „You´re My Starship“, „Before I Let Go“oder „Footsteps In The Dark“, bieten mit einem gerüttelt Maß an Eleganz, die bei der Saxofonist bei Bedarf immer mit einer Portion Straßen-Tauglichkeit angereichert wird. Nicht umsonst also, dass Herr Rucker seiner ersten Meriten als Produzent diverser Hip-Hoppereien sammeln konnte.
Michael Franks im Wonnemonat Mai – das geht immer! Dachte sich auch Mycah Chevalier, die sich für ihre Interpretation des Franks-Klassikers „When I Give My Love To You“ den immer brillant aufgelegten Kenny Wesley als Partner auserwählte. Unter Anleitung von Produzent Dawoud Said gibt´s eine frankophil orientierte Soul-Variante. Charmant und verführerisch – ganz im Sinne des Songschreibers selbst.
Der besondere Moment. „Tears For Lamont“ bringt großzügiges Arrangement, gut ausgepolstert mit Hörnern, einigen Streichern und in durchaus klassischer Qualität, mit Melodie und Stimmung einer 60er Pop-Song-Erzählung zusammen. Für den guten Ton sorgt u.a. Itai Shapira als Produzent, der zuletzt auch per Bass das neue Kelis Album begleitete, sowie gemeinsam mit Adam Berg und Todd M. Simon als The Decoders schon seit geraumer Zeit für großartige Musiken zuständig ist. Dazu in allen Kategorien passend: Kadhja Bonet, von der wir alsbald mehr Musik hören möchten.
Zeit für ein Statement. Gerade erst konnten einige durchaus kompetente Kapellen in Incognito konformen Sound-Gewändern für erhebliches Aufsehen sorgen. Innerhalb den immer unnötig tiefschürfend denkenden Zirkeln selbsternannter Kritiker geriet gar der Status des Bluey Maunick selbst in Schieflage – demnach gilt das demnächst erscheinende „Amplified Soul“ Album als Nagelprobe des Meisters. Die Vorab-Single kommt uns als Retro-Soul Schwinger entgegen, während die aktuell aus „Amplified Soul“ zu hörenden Musik-Steinchen zu den gewohnt vorzüglichen Incognito-Formate passen.
Urlaubsfahrt. Vor uns liegen zweitausenddreihundertundsiebenundzwanzig Kilometer. Und während die Sonne den Morgen spuckt (tolles Zitat von George Segal als Felix…), die Gedanken sich auf die kommenden Wochen an südlichem Gestade einrichten, sorgt S. mit ihrer ganz persönlichen, dunkel-zarten Musikauswahl für den passenden Soundtrack. Wir wissen noch nicht, ob es die Melanie Di Biasio sein wird, die uns in diesem Sommer die Herzen wärmen wird – sicher ist aber, dass sie das Zeug dafür har. „No Deal“ ist ausgeklügelte Stimmungs-Musik für Feingeister. Piano, ein wenig vom gekanteten Schlagwerk, Bass und eine Stimme mit Nachhaltigkeits-Garantie; dabei ohne jeden unnötigen Effekt, ohne Kunst, ohne Positur, nur einfach Stimme. Die Flöte (auch das noch!) kommt als schmückendes Beiwerk in einigen Momenten dazu. Ist das Jazz? Sicher, aber in besonderer Form, aber auch Blues und Pop, oder wie? Egal, sicher ist, dass „No Deal“ bei uns bleiben wird. Denn: „In The Blackness There Are All The Colors“.
Wertung: 8,5/10
Info: www.melaniedebiasio.com
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Erst 22. Aus Toronto. Eigentlich auf dem Weg in die Oper. Vergangenheit. Denn irgendwann reifte die Erkenntnis, dass seine Bestimmung in der Umsetzung gehobener U-Musik für Erwachsene liegt. Los Angeles (mit Zwischenstation in Boston – natürlich Berklee School…)erschien dem Nick Price als der ideale Standort für die Realisierung seiner Ideen, eine dort entstandene Bekanntschaft mit der erwiesenermaßen ultra-feinen Nu-Soul-Jazz-Pop-Folk Combo Moonchild führte nun zu ersten Single – produziert von eben Moonchild und ein Vorzeige-Beispiel, wie klug-durchdachte, ausgefeilt produzierte Sounds zwischen Motown und neuem Soul zu klingen hat. Freundlicherweise bietet der Nick sein Debut zudem als frei zugänglichen Download an. Mit nettem dank an die Kollegen von www.moovmnt.com …
Das knallt, zischt und zieht vorüber. Die munteren 3 Herren der Dirty Loops kommen aus Schweden und bringen uns den D-Zug-Dance-Pop der 80ziger in 3D. Selbstredend zündeten die Loops des Trios zunächst auf YouTube. Hier kursierten die aufgedrehten Versionen diverser C-Klasse Chartsnummern in diversen Dauerschleifen, bevor das gelobte Land für Hi-Speed-Elektro-Pop-Rhythmen (Japan, natürlich) für erste weltliche Erfolge der Jungspunde sorgte. Und nun also ein komplettes Album, weniger Musiken der Anderen, dafür mehr eigene Tonfolgen mit eher angezogener Handbremse und absolut jugendfrei. Dennoch, Gurt anlegen nicht vergessen.
Info: www.dirty-loops.com
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Die Liebe und das Leben. Darüber lassen wir uns natürlich immer besonders gern vom Soul-Vorzeige-Paar Fatin und Aja Dantzler, besser bekannt als Kindred The Family Soul, informieren. In bester Nu-Soul Manier natürlich, mit dem ganz speziellen Philly-Sound Flavor der Jetztzeit. Gerade ist es dem Paar nach eigener Auskunft gelungen einen der raren Zeiträume ohne Schwangerschaft oder Niederkunft zu nutzen, um ein neues Album einzuspielen. Und zwar ganz entspannt. Unterstützt wurden die Dantzlers dabei von bewährten Produzenten, wie Vidal Davis, Andre Harris, Anthony Bell, James Poyser oder Steve McKie. „A Couple Friends“ soll das Gesamtwerk genannt werden – Termin zur VÖ ist der 10.06. und als Vorbote gibt´s hier und jetzt den ganz relaxten Midtempo-Schwinger „Everybody´s Hustling“. Alles nett, alles mit Liebe.
Der geölte Blitz! Derart flink und geschmeidig legen sich Down To The Bone, die Band, die Stuart Wade mit Melodie, Rhythmus, Geist und Inspiration aus dem Hintergrund führt, in die Groove-Kurven, die direkt ins Beat-Zentrum des Kleinhirns führen. Selbstredend kennen wir die Vorzüge der Combo (dabei handelt es sich eigentlich nicht um eine einzige Formation, sondern Herr Wade gönnt sich für die USA, für England und für´s Studio unterschiedliche Spielpaarungen), die einst im Acid-Jazz Umfeld erste Meriten sammelte und nunmehr schon ihr 10. Album vorlegt. Zu Feier des Jubiläums gelingen die Dinge auf „Dig It“ in besonders abgerundeter Form – Jazz und Funk verbinden sich mittels eines fein eingespielten Ensembles zu wertigstem Musik-Entertainment. Keine ausschweifenden Soli, keine halbgare Umsetzung in Richtung Smooth & Fahrstuhl, sondern hochenergetische Instrumental-Dancer mit Best-Laune-Garantie. Für eine zusätzliche Portion Soul sorgt zudem Katie Leone, deren Stimme jedwedes Tempo locker mitgeht und zudem eigene Hi-Lites zu setzen vermag. „Dig It“ – ja, sicher.
Wertung: 8/10
Info: www.downtothebone.com
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