WILL JAXX „Dichotomy“ (Will Jaxx)

Ein Mann stößt ins Horn. Die große Trombone erfreut sich nach ihren Auftritten mit Trombone Shorty oder Jeff Bradshaw gerade wieder steigender Anerkennung – passend also für Will Jaxx der Story ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Dabei gibt er sich nicht bodenständig, wie der Shorty, sondern flirtet vorzugsweise mit aktuellen Soul-Funk-Smooth Tendenzen, ohne in die in diesem Gefilde gern auftretenden Un-Tiefen zu tappen. Titel, wie „Sex On The Beach“ oder „In Your Bedroom“ geben den Slow-Mover-Rhythmus des Albums vor, dem der Will mittels feiner Solo-Tätigkeit auf durchaus interessanten Arrangements die entscheidenden Akzente aufsetzt. Dazu gibt´s zwischendurch waghalsige Funk-Brummer (der Einstieg erinnert geradezu an den „Heavy Metal Be Bop“ der Brecker Brothers) und Soul-R&B Vokal-Aktionen in ausreichender Zahl. Jazz-Soul Fusionen ohne allzu beliebigem Smooth-Anteil. Gut so.

Info: www.willjaxx.com
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http://www.youtube.com/watch?v=lQjxPzrbGno

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ROSZUNN „I Want You To“

Eigentlich benötigen wir gerade keine derartig zart-schmelzende Tonfolgen mit Untertiteln, wie „Sexy Soul Music to warm Bodies inside during the Storm“ – denn schließlich ist´s gerade allerbester Frühsommer und damit die Hoch-Zeit für Wärme von allen Seiten. Oder? Denn schließlich geht´s hier um den neuen Smoothie eines Herrn namens Roszunn, der schon seit geraumer Zeit für seinen meisterhaften Umgang mit weichgespülten Synthetiks auf Nu-Soul Basis gerühmt wird. Entsprechend einschmeichelnd in Melodie und Harmonie nun also auch „I Want You To“. Merke: der nächste Sturm kommt bestimmt!

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ALEX PUDDU „The Golden Age Of Danish Pornography Vol. 2“ (Schema)

Die Bild? Ja, aber nur wegen des Sportteils. Playboy? Tolle Reportagen! Porno-Filme? Eigentlich nicht, aber immer klasse Soundtracks. Wir wissen natürlich nicht, wie es um die redaktionellen Inhalte der soeben genannten Print-Medien bestellt ist, aber wir können rundum bestätigen, dass die Musiken zu den klassischen Porno-Werken Skandinaviens und Italiens, die dort in den 60er und 70er Jahren entstanden sind, auch gehobenen Easy Listening-Lounge-Groove-Ansprüchen gerecht werden. Alex Puddu lieferte dazu schon vor einigen Jahren den geeigneten Nachweis, in dem er zu einer Reihe von Kurzfilmen des Regisseurs Freddy Weiss die passenden Töne kreiert hat. Leicht angeschrägte Retro-Beatz, eingespielt mittels einem authentischem Instrumentarium und mit unbedingte Liebe zum Sound-Detail. „Boys and Girls and Danish Hotdogs“ oder „Groupsex at the Birthday Party“ lauten die den Musiken entsprechenden Szenen, von denen im nett aufbereiteten Covertext steif und fest behauptet wird, dass es sich um Filmkunst von „great quality and of high cultural value“ handelt. Der Soundtrack bestätigt diese Einschätzung in vollem Umfang.

Info: www.alexpuddu.com
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SÉBASTIEN TELLIER „L’Adulte“

Sicher – im Fußball sind die Möglichkeiten der Franzosen noch hinter unseren nationalen Bemühungen um den Titel des Weltmeisters einzustufen. Geht es aber um die das Ereignis umgarnenden Musiken zeigen uns die Nachbarn aus dem Süd-Westen die Grenzen auf. Selbst ein eher sport-loser Sonderling, wie der Sébastien Tellier, umspielt mit leichtfüßigem Charme die bundesdeutschen Hymnen zum Thema. Kein Wunder, denn Monsieur Tellier kann unter anderem auf die kunstfertigen Arrangements der Brasil-Sound Legende Arthur Verocai zurückgreifen. „L’Aventura“, das Album zu „L’adulte“ wird uns übrigens am 14.07. präsentiert – am Tag nach dem Endspiel. Schönes Datum, schöne Musik.

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HARVEY MASON „Chameleon“ (Concord)

Der Mann spielt das Schlagzeug. Für sich, aber meist für andere. Herbie Hancock und die Babra Streisand, zum Beispiel. Immer präzise, immer stilsicher, immer perfekt den jeweiligen Sound-Gegebenheiten angepasst. „Chameleon“ nennt man ihn seit jeher gern – ihn, der seit den 70ern auf ungezählten Sessionen den Rhythmus vorgegeben hat, ohne sich drängend in den Vordergrund zu schieben. Ebenso handeln seine Solo-Einspielungen nicht von überbordenden Rhythmus-Kaskaden, sondern von stilvoll absolvierten Leistungen, deren einziges Ziel die perfekte Unterstützung der jeweiligen Musik ist. Klar, dass das neue Album des „Chameleon“ von diesen Richtlinien keinen Zoll abweicht – die Bühne gehört den Mit-Machern (u.a. Weggefährten aus Jazz-Fusion Zeiten, wie Paul Jackson, Bill Summers, Jimmy Haslip, aber auch junge Kreative, wie Kris Bowers, Christian Scott und sogar Mark de Clive-Lowe) , die mit feinen Solo-Ausflügen den vielfach bekannten Tracks (gern auch mal die Klassiker aus dem Harvey Mason Repertoire) deutliche Verfremdungs-Effekte und tönende Hi-Lites verpassen. Klasse gemacht. Und außerdem noch mit einer Soul-Perle von Rang – der von uns überaus geschätzte Chris Turner veredelt eine überaus gelungen up-gedatete Version von „If I Ever Lose This Heaven“ – anhören bitte!

Wertung: 7/10
Info: www.harveymason.net
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MARK DE CLIVE-LOWE „Hollow“ & „Ghaziya“

Von den wichtigen Clubs direkt zu uns ins Wohnzimmer. Mark de Clive-Lowe ist immer wieder für die besonderen Sounds & Grooves zuständig – häufig mal was mit Jazz, aber immer mit den Beatz der ganz modernen Zeit im Background. „Church“ nennt der Mann seine Club-Nächte, deren Ereignisse nie vollends geplant sind und immer hörbare Überraschungen bereithalten. „Church“ nennt der Mark nun auch sein 11. Album, erhältlich ab Ende Mai, aber hier schon einmal mit rein-hörbar.


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THE ILLUMINATION EXPERIENCE „Get Down“ (Incognito Remix)

3 Brüder aus Portugal. Jetzt in London und hier inzwischen bekannt mit einigen wichtigen Leuten, die es sich gelegentlich nicht nehmen lassen, den flotten Grooves des Trios auch noch einen aufpolierenden Remix-Lack aufzutragen. „Get Down“ gibt´s daher nicht von ungefähr im Incognito-Styling – der locker tappende Disco-Beat strahlt hochglänzend, die Zutaten aus Strings & Horns beweisen Klasse – sicherer Dancefloor-Bringer und Spaß dabei.

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JAH WOBBLE presents PJ HIGGINS “Inspiration” (Sonar)

Obacht! Hier kommt was mit Reggae. Bevor nun die allgemein üblichen Abwehrfunktionen einsetzen, die beim Näherkommen der hüpfenden Rhythmik ansonsten immer angebracht sind, gilt ein näheres Behören im Falle der Reggae-Varianten des Jah Wobble als hiermit angeraten. Der Mann, und sein Bass, besitzen innerhalb des moderneren britannischen Musikschaffens einen geradezu legendären Ruf – begründet selbstredend in seiner Zusammenarbeit mit Johnny Rotten in dessen Public Image Ltd. Post-Punk Combo, sowie daran anschließender Touren durch allerlei Sound-Phänomene, die regelmäßig von England aus in die restliche Welt schwappen. Der Jamaica-Beat war allerdings immer Wobbles erste Wahl und mittels seiner jetzigen Zusammenarbeit mit der Londoner Vokal-Dame PJ Higgins kehrt er just dahin zurück. Selbstredend nicht im Old-School-Roots-Styling, sondern mit einer tagesaktuellen Variante, die in ihren brauchbarsten Momenten an ein Album namens „Nightclubbing“ zu erinnern vermag. Aber klar, der Jah bleibt immer ganz eigen und speziell. Entsprechend aufgeschlossen und motiviert gelingt auch das Abhörprogramm der „Inspiration“.

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NICOLA CONTE „Free Souls“ (Schema)

Zeitlos. Freischwebend im Raum zwischen dem Jazz verschiedener Dekaden und diversen Soul-Anklängen. Scheinbar „Easy Listening“, aber dann doch schlau gezirkelte Musik-Meisterschaft, der man die fein verwebten Sound-Kostbarkeiten erst bei genauerem Hinhören entlocken kann. Nicole Conte ist der italienische Kreateur sonnengefluteter Gelassenheit – immer äußerst stilvoll, immer überlegen und doch auch immer von größtmöglicher Entspanntheit. Die musikalische Basis für sein 7. Album „Free Souls“ spielte er in diversen Besetzungen (darunter handverlesene Jazz-Artisten, deren Soli breiten Raum einnehmen dürfen) zwischen 2006 und 2011 ein – zwei Jahre später ließ Nicola die Melodien aus eigener und fremder Feder (u.a. eine fein angeraute Version des Bobbie Gentry Klassikers „Ode To Billy Joe“) mittels der Stimmen von José James, Melanie Charles, Marvin Parks, Tasha´s World, Heidi Vogel und Bridgette Amofah veredeln, während er sich und seine Gitarre vornehm im Hintergrund hält. Retro-Stimmung, während die Sonne in höchster Langsamkeit am Horizont ins wohltemperierte Wasser des gerade naheliegenden Meeres eintaucht.

Wertung: 8/10
Info: www.nicolaconte.it
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SOUL LOVE 2014 (ReelPeople Music)

Wir lieben Sampler, wenn sie gut gemacht sind. Unsere britischen Freunde sind diesbezüglich besonders talentiert (Expansions „Luxury Soul“ Box, die „Soul Togetherness“ Serie oder die „Soul Lounge“ von Dome) liefern regelmäßig bemerkenswerte Kompilationen ab und wetteifern immer wieder gern um den Preis für das beste Gesamtpaket. Doch in dieser Saison machen den Platzhirschen die eifrigen Reel People mächtig Konkurrenz, in dem sie mittels ihres „Soul Love 2014“ Sortiments die Messlatte auf erstaunliche Höhen legen. Eine muntere Mischung aus neuem Soul und bewährten Rezepturen kommt uns mittels der 25 versammelten Grooves & Beatz entgegen – selbstredend befindet sich darunter eine erkleckliche Anzahl geprüfter SonicSoul Favoriten, die von Debra Debs bis hin zu Timotha Lanae reichen. Wie wir es von den Reel People erwarten können, konzentriert man sich dankenswerter Weise auf die hochtourigen Tempi – daher also ausreichend Tanzstoff in höchster Qualität und für jedwede Gelegenheit. Das passt und hat Luft.
Wertung: 8,5/10
Info: www.soullove2014.com
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