TERI TOBIN „Shine“

Teri Tobin im besten Licht. Wir wussten es eigentlich schon immer, dass sie mehr kann, als sie es uns mittels ihren, eher dem sperrigen Nu-Soul-Beatz zugewandten, bisherigen Musiken zeigen wollte. „Shine“ klingt nach volltönendem Midtempo-Soul – elegant und lady-like. Ein neues Teri Tobin Album, namens „Truth Is…“ soll uns übrigens ab dem Spätsommer erfreuen.

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JARROD LAWSON (Jarrod Lawson)

Über den Wolken. Seit einigen Wochen schon gibt Jarrod Lawson Rätsel auf. Wie kann es möglich sein, dass ein derart mit Besonderheiten ausgestatteter Musik-Artist bis dato noch im Unbekannten wirken konnte? Wie ist es überhaupt möglich ein derartiges Debut hinzulegen? Doch bevor wir uns an dieser Stelle zu sehr mit Fragen und Antworten von letztendlich eher untergeordnetem Interesse beschäftigen, schreiben wir das Vorhandensein der so überreichlichen Talente vom Jarrod kurzerhand einer göttlichen Fügung zu und hören und erleben und staunen, über das, was uns zu Ohren kommen darf. Basis ist die stets bewährte Soul-Jazz Kombination, auf der sich hier eine schier unendliche Vielfalt unterschiedlichster Varianten aufbaut – immer wieder frische Ideen, immer wieder unerwartete Wendungen, immer wieder Harmonien und Arrangements, die in jedweder Hinsicht einzigartig zu sein scheinen. Vielfaches Abhören steigert übrigens das Vergnügen, da sich in jedem Moment neue, bisher unbekannte Feinheiten und Fertigkeiten erschließen können. Lawson sorgt zudem mittels seiner volltönenden Soul-Vokal-Aktionen für zusätzlich Zündstoff, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu kunstvoll drapierten Stimm-ungen aufgestapelt wird. Dazu ausgereiftes Musizieren, um dass sich neben dem Meister selbst, ein kompetent mit Gitarre, Bass, Schlagwerk, diversen Blasinstrumenten und sonstigen Musikmachern aufspielendes Team kümmert – das hat Flow, Tiefgang und das Zeug auch über unsere Zeit hinaus wichtig zu sein. Große Worte, gelassen ausgesprochen.

Wertung: 9,5/10
Info: www.jarrodlawson.com
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BILL LAURANCE „Flint“ (Ground Up)

Bill Laurance ist eigentlich Pianist der unglaublich klingenden Snarky Puppy Jazz-Soul-Jazz Kompanie. „Flint“ ist sein erster Solo-Ausflug. Immer mit dabei: die Snarky Puppy Idee der Alles-umfassenden Klangwelten. Dementsprechend geht Mr. Laurance ebenso großspurig voran – ein bestens eingespieltes Ensemble aus Bläsern, Streichern und allerlei anderen Instrumenten folgt ihm. Breitwand-Cinemascope-Sound-Expedition. Immer nah am Jazz, aber unter Einfluss. Irgendwo zwischen 70er Fusion und Klassik-Rock aus gleicher Zeit, immer hoch-musikalisch, immer offen für neue Wendungen, immer mit unbändiger Freude am Spiel zwischen den Genres.


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REBEKKA BAKKEN „Little Drop Of Poison“ (Emarcy)

Die vermeintlich Schöne und der Mann, dessen Knitter in Haut und Stimme seinen ganz speziellen Charme ausmachen – ein Treffen der besonderen Art. Ein Sanges-Vergleich, dessen eindeutige Vorteile zunächst auf der Seite des Song-Schmieds liegen. Wie kann eine schöngeistig geschulte Dame aus dem hohen Norden den Vorgaben dieses urbanen Unikums gerecht werden? Zumindest ein spannender Versuch, zumal es die Frau Bakken gerade in jüngsten Jahren immer mehr um die Erkundung des amerikanischen Liedguts ging. Doch der Waits, der ist sperrig und lässt sich nicht so leicht in die Song-Karten schauen. Also ein eigener Weg und den beschreitet die Dame mit vielköpfiger Begleitung in Form des eingespielten Klangkörpers der Bigband des Hessischen Rundfunks – eigentlich nicht unbedingt erste Wahl, wenn es gilt straßentaugliche Bläser-Sätze zu Gehör zu bringen. Doch genau darum geht es den Weggefährten auch nicht – sondern vielmehr um das kunstvolle Interpretieren der Waits-Originale, um entsprechend Abstand zwischen Original und eigener Spielart zu legen. Für Neuankömmlige im Waits-Universum eignen sich Bakkens Variationen allemal und wenn sie die Zügel mal schleifen lässt, darf man sich fast schon in der Nähe des Meisters selbst fühlen.
Info: www.jazzecho.de
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CHILLY GONZALES „Re-Introduction Etudes“ (Gentle Threat)

Die besondere Gelegenheit! Chilly Gonzales, seines Zeichens Pianist und Musiker mit Mission und ausgeprägtem Selbstbewusstsein („Hi, I´m Chilly Gonzales, the musical genius…“), gibt uns jetzt die Freude am eigenen Musikmachen wieder. Jedenfalls denjenigen unter uns, die einst mittels des stupiden Einstudieren der Grundwerte des Klavierspiels vor das Instrument gezwungen wurden. Zu diesem Zweck gibt´s alsbald ein multimediales Ereignis namens „Re-Introduction Etudes“, eine Art Wegbeschreibung zur Wiederentdeckung des Klavierspiels in Form der Dreifaltigkeit aus Buch, Notenblatt und Compact-Disc. Und für die besonderes Talentierten unter unserer Leserschaft bietet der Chilly die einmalige Möglichkeit in einer „MasterClass“ mittels persönlicher Anleitung und Inspiration des Meisters den höheren Weihen des Musizierens zwischen E- und U-Musik näherzukommen. Unter anderem in Wien und Berlin. Bewerbungen dazu bis zum 03.06. (für Wien) oder 12.06. (für Berlin) in Form einer kurzen Vorstellung der eigenen Fähigkeiten in 300 Worten oder als 1-minütiges Video an masterclass@chillygonzales.com .
Alle Infos und weitere Anregungen für den unterhaltsamsten Weg zum flotten Klavierspiel gibt´s hier: www.chillygonzales.com

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PAPIK „Sounds For The Open Road“ (Irma Records)

So locker, so entspannt. Riviera Soul-Jazz aus dem Hause Papik. „Sounds For The Open Road“, für eine gänzlich unbeschwerte Zeit, für dezent wirkende Cocktails zum Sonnenuntergang, für das Frühstück nach 12, für den weiten Ausblick von unverbauten Anhöhen, für die italienischen Momente. Perfekte Unterhaltung – ausgewogen und erwachsen. Nerio Poggi ist der Mann, der für Konzept und Vorgaben der Papik-Sounds verantwortlich zeichnet – ein perfekt eingespieltes Team erfahrener Musikanten versetzt seine Vorstellungen in sanft schwingende Töne und eine breitgefächerte Schar handverlesener Vokalisten (Ely Bruna, Frank McComb, setzen den jederzeit unaufgeregten Songs die feinen Schaum-Krönchen auf. Sicher, die Auswahl der zahlreich innerhalb dieses 26-Song-Zirkels vertretenen Leih-Kompositionen erscheint nicht immer stilsicher (das Angebot reicht von „My Sharona“ vom einstigen One-Hit-Wonder The Knack bis hin zu Matt Biancos „More Than I Can Bear“ oder „Let The Music Play“ vom großen Barry) und eventuell mögen Zweifel an der Wertigkeit derartiger Soul-Jazz-Pop Soufflés aufkommen – doch wer möchte ernsthaft auf derartige Genüsse verzichten?

Info: www.irmagroup.com
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NICK PRICE „Cabin Built For Two“


Vorstellung Nick Price – Teil 2. Blau-Augen-Soul der modernen Art. Knack-Beat auf fließendem Groove. Sparsames Arrangement unterstützt nachhaltige Melodielinie. Wieder unterstützt von Max Bryk, dessen Moonchild Combo (neues Album: „Please Rewind“) ja bereits zu den wichtigen musikalischen Äußerungen dieses Jahres zählt. Wieder vorgestellt bei den Kollegen von moovment . Nick Price? Ja,bitte. EP kommt demnächst.

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SLOWLY ROLLING CAMERA (Edition Records)

Zuviel Sonne im Herzen? Zeit für ein paar trübe November-Stunden? Wenn ja, dann führt dich ein gut tönender Fahrstuhl namens Slowly Rolling Camera geradewegs in derartig verstimmte Tristesse. Die Combo aus Cardiff versteht sich auf kunstvolle Breitwand-Soundscapes, denen man in früheren Zeiten gern das Etikett Trip-Hop umgehängt hat. Eine Einschränkung, die die vielschichtig aufgebauten Arrangements der SRC nur in Ansätzen umschreibt. Sicher, Portishead oder der Cinematic Orchestra werden vom Quartett selbst auch immer wieder als Eckpfeiler ihrer musikalischen Tiefgänge genannt. Doch allein durch die Soul-Stimme der Dionne Bennett ergeben sich allerlei Perspektiven zwischen Soul und Jazz, dazu spielt gern ein akustischer Bass und reale Streicher sorgen für wohltönende Weite. Art-Hip-Soul-Jazz-Rock.

Info: www.slowlyrollingcamera.com
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HORSE MEAT DISCO VOL. IV (Strut)

„Horse Meat Disco is dedicated to the industry of human happiness!“ Wie schön. Und alle machen mit, wenn das Londoner DJ-Quartett vielerorts das nie enden wollende Disco-Revival ausruft. Vor über 10 Jahren entschieden sich die 4 Herren, dass die ewig glücklich machenden Beatz eine etatmäßige Heimstatt erhalten sollen – man entschied sich für einen Club, der heute „The Eagle“ heißt, ließ die Discokugel in frischer Politur dortselbst installieren, sorgte zudem für ausreichend Speis und Trank und öffnete Tür und Tor für die bunteste Schwulen-Party der Stadt. Die Grooves bezogen (und beziehen) die Aufleger entweder von immer wieder für frischen Stoff sorgenden Musikanten, wie dem nimmermüden Joey Negro, oder aus den Underground-Disco-Archiven, in denen sich immer noch eine schier unerschöpfliche Vielfalt von Dance-Kostbarkeiten tummelt. Der Ruf der Horse Meat Parties ist selbstredend legendär, die Macher bitten inzwischen weltweit zum Tanz (natürlich auch in Köln und Berlin) und für uns, die wir zuhause bleiben müssen, gibt´s jetzt den 4. Teil des tanzbaren Frohsinns – wie gewohnt randvoll mit blitzenden Beatz aus den Disco-Küchen zwischen NewYork und Mailand.

Wertung: 8/10
Info: www.horsemeatdisco-thealbum.com
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ANNOMARTO „Cret Of Hap“


Wir stellen vor: Anne Luber und Martin Bayer als Annomarto. Der Martin macht die Musik und die Anne singt dazu. Feine Stimme auf eindringlicher Basis aus Electronics und ein wenig mehr. Irgendwie Soul, irgendwie angelehnt an britische Trip-Hop Vorgaben. Davon darf´s gern ein wenig mehr sein. Übrigens: „Cret Of Hap“ steht für „Secret Of Happiness“ . Aha.

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