JAZZHOLE „Blue 72“

Ankündigung: Jazzhole sind zurück, ihr 7. Album nennt das Trio (der großartige Marlon Saunders am Mikrofon, dazu Keys von Warren Rosenstein und John Pondel an der Gitarre) „Blue 72“. Warum? Es geht um Songs, die in jenem Jahr die Radios dominierten und, wie die 3 ausführen, durchweg von einer gewissen Melancholie und Traurigkeit durchzogen sind. Erste Höreindrücke sind vielversprechend („A collection of mostly sad songs from 1972, revisited with a unique Soul / Jazz / Bossa Approach“) – mehr dazu in allernächster Zeit.

Info: www.jazzhole.net

Übrigens – Boz Scaggs hat „Lowdown“ natürlich 1976 eingesungen – die Jazzhole Variante stimmt aber schon ideal auf „Blue 72“ ein.

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HAN LITZ GROUP „Epiphany Electrified“

Ein Mann mit Flöte. Elegant, selbstbewusst, überlegen. Han Litz, Holländer, und somit irgendwie in der Tradition eines Thijs van Leer. Und natürlich mit etlichen Referenzen an Bobbi Humphrey, Hubert Laws, Jeremy Steig oder Dave Valentin. Also virtuoser Flötenklang auf weichgefütterter Jazz-Basis. Immer leichtfüßig, immer irgendwie mit dem Flügelschlag des Sommers. Nachdem die Band im Vorjahr mit „Epiphany“ debütierte, gibt´s jetzt die aufgefrischter Version dazu. 11 Herren mit dem Talent zum Mixen nahmen sich die Songs vor – verlegten neue Sound-Spuren, verschärften den Rhythmus und legten unbekannte Nuancen frei. Zwischen gemäßigtem House-Tanz, elektronischen Lounge-Gefilden und der Leichtigkeit des Seins mit Shakatak Piano-Passagen.

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UNBUTTONED „Shy Cry“

Studenten-Sounds. Ein großangelegtes Arrangement, diverse Einlässe zwischen Electronics und Soul, bedeutungsschweres Bildmaterial. Unbuttoned geben uns viel Raum für Interpretation und bleiben dabei immer irgendwie interessant. Und wenn uns ihr alsbald kommendes Album „Planes“ noch ein wenig mehr vom Soul ihrer Kamilah Apong abgibt, dann sollte ein genaueres Hinhören durchaus Vergnügen bereiten.

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INCOGNITO „Amplified Soul“ (Edel)

Überraschung! Aufgepasst und nicht verpassen. Klar? Natürlich, denn auch in der 16. Folge der unendlichen Incognito-Saga bleiben die Sensationen aus. Dafür macht Meister Maunick exakt das Richtige – wie immer eben. Hörner und Streicher umgarnen die gewohnt stromlinien-tauglichen Grooves, die mit unbedingter Präzision immer noch, und immer wieder, den direkten Zugang zu den Wohlfühl-Rezeptoren unserer inneren Systeme legen können. Dazu gelingen dem dem Bluey-Song-Schaffer-Team genau die passenden Soul-Jazz Swinger, deren Hooklines sich auf wundersame Weise mir nix, dir nix, einhaken und verweilen. Ein Song-Favorit ist sicher schnell gefunden und ist es heute „Rapture“ (nein, nicht der Anita Baker Klassiker), dann ies es morgen „Something ´Bout July“. Garantierter Incognito Wiedererkennungswert inklusive. Und welche Stimmen geben den Ton an? Tony Momrelle, Imaani, Vanessa Haynes, Chiara Hunter, Deborah Bond, Carleen Anderson, Katie Leone (die uns schon in Begleitung der Down To The Bone Combo bezaubern konnte) und Bluey selbst liefern überaus souveräne Vokal-Partien ab, tolle Variation, große Klasse. In allen Belangen überlegen. Wie immer eben.

Wertung: 8,5/10
Info: www.incognito.org.uk
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LEE FIELDS „Just Can´t Win“

Truth & Soul. Das passt. Denn Lee Fields bringt uns natürlich auch mittels seiner neuen Single (das Album „Emma Jean“ steht seit soeben auch zum Kauf bereit) die Tugenden des rechtschaffenden Schwarz-Musik-Crooners in allerbester Manier. Bodenständige Tradition in Sound und Haltung.

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TIMOTHA LANAE „My Man“ (Jigsaw Remix)


Minneapolis heute. Das ist (auch) Timotha Lanae, deren 2013er Album „Red“ zweifelsfrei zu den Soul-Funk-Jazz Hi-Lites dieses Jahrgangs gezählt werden muss. Punkt. Um diesen Status noch einmal zu manifestieren gibt’s jetzt einen funkelnagelneuen Mix des „My Man“ Funkers, der uns übrigens geradewegs auf das Erscheinen einer Timotha Lanae EP einstimmen soll (und kann). Die wird uns dann ab dem 1. August erfreuen, auf den Namen „Rewind“ hören und immerhin 5 neue Tracks enthalten. Gut so!

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MARCIA MITCHELL „Give Me A Chance (To Love You)“

„The darker the berry, the sweeter the juice!“ – auf Basis altbewährter Weisheiten führt uns Marcia Mitchell, die bekanntermaßen von uns favorisierte Florida-Soul-Dame, in Versuchung. Wiegeschritt kompatibler Midtempo-Groover und Marcias drängendes Bitten ihr doch bitte eine Chance zu geben. Machen wir.
Übrigens: mehr Aural-Verführung ist für den Herbst avisiert – „For Love“ will Frau Mitchell ihr Album nennen, mit dessen Fertigstellung sie sich gerade beschäftigt.

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AVERY SUNSHINE „The Sun Room“ (Dome)


Das perfekte Zusammenspiel. Aus alt und neu, aus Tradition und Moderne, aus Soul und Soul. Avery Sunshine gelingt mit „The Sun Room“ das Schwarz-Musik-Album des frühen Sommers. Keine Mätzchen, stattdessen fein austarierte Rückschau auf den Memphis-Sound zwischen Al Green und Willi Mitchell (und damit hier ja keine Mißverständnisse aufkommen: Avery, und ihr Partner Dana „Big Dane“ Johnson, kopieren keine modischen Retro-Geräuschkulissen, sondern nutzen Ideen und Vorgaben jener Zeit in absoulut umgänglicher Weise – keine Steril-Nostalgie, sondern allersorgfältigst aufbereitete Hörner-Arrangements und Rhythmus-Verläufe, die mit der Kraft der Originale atmen, aber jederzeit selbstständig bleiben) in simmernden Tunes, wie „Love (Won´t You Try)“ oder „I Do Love You“, während sich „Time To Shine“ gar auf den Schwung der Supremes beruft. Sonnenkraft im Frühling. Dazu gesellt das Duo eine Handvoll wunderbarst zum Vortrag gebrachte Slow-Mover – zarte Arrangements unter wandlungsfähiger Stimme, gemeinsam auf dem Weg durch nachhaltig wirkende Melodiekurven, die zudem mit tagesaktuellen Sounds und Beatz wirkungsvoll ausstaffiert sind. So soll es sein, wenn´s gut ist.

Wertung: 8/10
Info: www.averysunshine.com
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KINDRED THE FAMILY SOUL „A Couple Friends“

Das Soul-Vorzeige-Paar und ihre neuen Musiken. Bevor am kommenden Montag das neue Album der Kindred The Family Soul auf uns zukommt, geben sich unsere Freunde von Soultracks dem Vergnügen hin uns bereits mit einigen Sound-Happen daraus zu ködern. „Everybody´s Hustling“ konnte uns ja schon vor einigen Wochen mittels eines großartig schwingenden Grooves bestens auf „A Couple Friends“ einstimmen – selbstredend können die Dantzlers jede Erwartung mittels ihrer Neo-Philly-Sound-Variante in angenehmster Manier erfüllen, egal ob im Fahrwasser der Tradition, oder angereichert mit Hip-Hop Sequenzen und allerlei tagesaktuellen Beigaben. Alles in Liebe und mit Liebe gemacht.

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THE COMPANY „Superstar“

Na also, geht doch! Eine Quartett namens The Company macht Soul auf Midtempo-Terrain. Gemütliche Tanzschritte, statt hektischer Hi-Speed Moves. Letztere sind ja eigentlich das Metier der Reel People, doch für die Einführung ihrer aktuellen Entdeckung bevorzugen sie zunächst den Soul-Weg der Herzen und können uns schon mal einbuchen. Für die Hous-Ierer unter euch gibt´s natürlich noch eine Anzahl entsprechende Mix-Maxe.


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