CAROL DUBOC „Smile“ (Gold Note Music)


Für den ganz entspannten Abend. Carol Duboc ist seit Anfang des Jahrtausends für den gepflegten Soundtrack zwischen Tag und Traum verantwortlich. Sounds für Erwachsene, die sich Zeit und Muße nehmen, um mittels ausgesuchter und wohlgesetzter Tonfolgen ihre private Umgebung zu optimieren und sich dabei immer in sicherer Entfernung zu kalkulierten Muzak-Lounge-Schmonzetten bewegen möchten. Selbstredend wurde und wird die Frau Duboc bei der Erstellung ihrer Musik-Tapeten immer von einer handverlesenen Schar äußerst kompetenter Spiel-Leuten (Jimmy Haslip, Brian Bromberg, Hubert Laws, Vinnie Colaiuta, Michael Thompson…) unterstützt, die innerhalb des sanft-gefächerten Westcoast-Jazz nur über den allerbesten Leumund verfügen. Für „Smile“ teilte sie sich das Song-Writing mit Jeff Lorber, der dann auch sogleich für die entsprechende produktionstechnische Umsetzung sorgen durfte. Beide bedienten sich dabei recht geschickt den Vorgaben, die der Jeff einst für Michael Franks und sein „Blue Pacific“ Album entworfen hatte – natürlich nicht immer mit der brillanten Finesse, die der hoch verehrte Franks seinem Liedgut beizugeben weiß. Dennoch vermögen Songs wie „Elephant“ oder „Unpredictable“ durch verschachtelte Arrangements, pointierte Behandlung der Instrumente und unaufdringliche Eleganz zu überzeugen. Mehr als nett.
Wertung: 7/10
Info: www.carolduboc.com
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PEVEN EVERETT „King Of Hearts“ (Makin Moves)


Der Mann der tausend Tänze. Von Chicago aus durch den Rest der Welt – Tag und Nacht und rundherum. Peven Everett kennt keine Grenzen, wenn es gilt die Beatz der Stunde zu entwerfen – immer irgendwo in House-nähe, aber doch auch immer weit genug entfernt, um nicht in der üblichen Schublade unterzugehen. Zudem entzog sich der Peven mittels eines kaum verfolgbaren Outputs von Liedgut jeglicher Berechenbarkeit – entweder der Mann legte mittels mehrerer gleichzeitig erfolgter Veröffentlichungen diverse Sound-Spuren, oder er entschwand ohne musikalische Notiz für unbestimmte Zeit. Nun ist aber die Zeit gekommen, um nun endlich zum König der Herzen aller Tanz-Afficionados zu werden. Selbstredend bleibt er sich in jedem Groove treu – kein Beat gleicht dem nächsten und ihre einzige Konstante ist die Qualität von Melodie und Rhythmus. Um König zu werden wurden sperrige Knacker gegen wundersam fließende Groover ausgetauscht – Soul und Jazz erweisen sich zudem als fest verankerte Elemente, die in schlau changierenden Arrangements zwischen E-Piano und volltönenden Elektronik-Wänden immer wieder schillernd ihr warmes Licht verteilen. Und mittendrin ein angefuzztes Solo der Gitarre, ein zurückgelehnter Rap oder ein hupender 1auf2 Beat zum lustigen Happy-Hüpfen. Alles drin, alles dran – Peven Everett verlegt den Dancefloor, da gilt es dabei zu sein.
Wertung: 8/10
Info: www.peveneverett.net
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ELLIOTT MACAULEY „Never Meant To Lie“

Gerade erst durften wir neue Musik von Elliott Macauley in Empfang nehmen (sein „All My Life“, dass er gemeinsam mit Joe Leavy einspielte sei hiermit noch einmal empfohlen), da überrascht er uns auch schon mit einem Hör-Eindruck aus gerade vergangenen Jahren. Genau zwei davon sind vergangen, seit Elliott „Never Meant To Lie“ mit überzeugender Unterstützung der Damen Salstar und Gemell sein Bekenntnis „Never Meant To Lie“ zum besten gegeben hat. Und weil´s so schön ist, gibt´s das bald für uns alle über die handelsüblichen Bezugsquellen…
http://www.youtube.com/watch?v=PdBakG13W9c

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SOUL LOUNGE 10 (Dome)

Saison-Eröffnung. Zum 10. Mal öffnet Dome Records das Archiv, um ihre Soul Lounge entsprechend fein auszustatten. Wie gewohnt gibt´s drei Discs im Schuber und vierzig handverlesene Tracks, deren Qualität den Aufenthalt in allen Bereich der Sound-Bar so überaus angenehm werden läßt. Dankenswerterweise machen die Kompilateure nicht nur den eigenen Artisten ihre Aufwartung, sondern wissen auch um die grünen Gärten befreundeter Labels – Expansion stellt Adriana Evans, Frank McComb oder NoelMcKoy in den Dienst der guten Sache, Cool Million bringen sich selbst mit Z-Records die Sunburst Band und Motema den Gregory Porter, bevor er zu den Großen wechselte. Zudem gesellt sich vermeintlich alt neben ganz neu und klingt doch in jedem Takt frisch und unverbraucht. Soul, Funk, Jazz – flotte Dance-Beatz aus unterschiedlichen Rhythmus-Quellen, tiefgründelnde Slowies und gediegene 2-Stepper. Eine sichere Sache, die Soul Lounge, dazu wie gewohnt zum Discount-Kurs ab sofort erhältlich.
Wertung: 8,5/10
Info: www.domerecords.co.uk
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SANDRA ST.VICTOR „Coming Around“

Ganz eigen und trotzdem mittendrin. Nachdrücklicher Auftritt, eigenständige Sound-Szenarien und nun nach 12 Jahren Pause wieder ein Werk unter eigenem Namen. „Oya´s Daughter“ kommt Ende September – produziert von Mark de Clive-Lowe, dessen Ideen zwischen den Neu-Ton-Soul-Machern einen ganz eigenen Klang haben. Wir sind also gespannt.

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JANELLE MONÀE feat. MIGUEL „Prime Time“

Platz da, ihr Hühner! Zeit für Frauen im allgemeinen und Janelle Monáe im besonderen. Natürlich konnte sie den Thicke beeindrucken und nicht nur aus dem gewohnten Takt bringen, als sie ihn kürzlich zur Foto-Strecke gebracht hat. Ebenso beeindruckend werden sicher Monáes in Kürze zur weltweiten Veröffentlichung anstehenden musikalischen Äußerungen ausfallen, die sie unter der Überschrift „The Electric Lady“ über neunzehn Tracks und zwei CompactDiscs unter uns verteilen wird. Zu erwarten sind nicht weniger als die frisch hergerichteten R&B-Funk-Soul-Hip-Hop-Rock-Pop-Stylings, die dieses Jahrzehnt braucht. Damit die Wegweiser entsprechend eingestellt sind ließ sich die Unerschrockene wertigst flankieren: Prince, Erykah Badu, Esperanza Spalding und ein Miguel, der sich mit ihr auf der aktuellen Vorab-Single messen darf.
http://www.youtube.com/watch?v=kkRUiMy-xKE

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TROMBONE SHORTY „Say That To Say This“ (Verve)

Das hat Spaß. Saft und Kraft – der Mann mit der Trombone gibt uns den klassischen Funk-Rock-Soul-Jazz, irgendwo zwischen Mother´s Finest und Lenny Kravitz (als dieser noch am Musikmachen Interesse fand). Auch unter der Anleitung von Produzent Raphael Saadiq bleibt der Troy Andrews nicht ins Retro- oder Nu-Soul Bockshorn jagen, sondern bleibt der seiner bisherigen Ausrichtung treu: Die Gitarren sorgen unablässig für den wichtigen Krach, die Rhythmusabteilung gibt stoisch präzise die knackigen Takte vor, während die Bläser-Sektion immer mal wieder wirkungsvoll dazwischen grätscht. Und wenn´s dann mal Zeit für ein Break ist, dann greift der Shorty zur Posaune und ringt seinem Instrument jedwede Art von Soul und Jazz Tonlage ab. Beste Unterhaltung allemal.
Info: www.tromboneshorty.com
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THE EXCITEMENTS „Ha,Ha,Ha“ (Penniman)


Klare Kante! Die Excitements sind Spaniens nachhaltigster Beitrag zu Rhythm & Blues&Soul im traditionellen Sinn und damit ohne jedwed modischen Retro-Firlefanz. Die ultra-cool agierenden Herren geben ihrer Frontdame Koko-Jean Davis reichlich Feuer – kein Problem also, dass die Funken fliegen und sich das muntere Septett als bestens funktionierende Party-Band aufspielen kann. Im Oktober gibt´s mit “Sometimes too much ain’t enough” ein neues Album, vorab „Ha, Ha, Ha“ in dem die Kelly jedweden Macho-Multitasking-Ansprüchen ein für alle Mal den Garaus macht.

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MAYSA „Blue Velvet Soul“ (Shanachie)

Die Unfehlbare! Seit geraumer Zeit schon darf sich Maysa Leak im Status einer Soul-Lady sonnen, deren Stimme über der Qualität des Liedguts steht – selbstverständlich vollkommen zu Recht! Egal, ob sie im Rahmen des Incognito-Klangverbunds ihre erwärmenden Linien zieht oder sich für solistische Alleingänge an Interpretationen bekannter Soul-Klassikern gütlich tut – immer sind es ihre ganz persönlichen Beigaben, die die musikalische Klasse dieses Hörguts über den Rest des Programms hinausheben. Und nun also „Blue Velvet Soul“ – äußerlich in neuem Styling, stimmlich in bewährter Fasson. Derart aufgestellt ist Schwarz-Musik mit allerhöchstem Samt-Anteil zu erwarten und die Maysa weiß, wie sie derartige Vor-Urteile auch auf dem nunmehr schon zehnten Solo-Pfad zu erfüllen hat. Bewährte Team-Spieler (neben ihrem Dauer-Begleiter Chris „BigDog“ Davis, sind u.a. Bluey Maunick und Mike City – der für einen gewissen R&B Anteil sorgen darf – mit im Studio) knüpfen wohldosierte Sound-Vorleger aus Soul und Jazz – die sich dieses Mal „Sophisticated Lover“ oder „Quiet Fire“ nennen dürfen. Auf derartigem Smooth-Terrain darf sich eine derartige Stimme rundum wohlfühlen, alle Gefühlslagen ansprechen und gepflegte Sünde versprechen – und wenn das Tempo dann mittels der wohlgemuten Incognito-Groover anzieht, dann bewegt sie uns immer mit Eleganz und großangelegtem Stil. Jeder Ton sitzt, jede Nuance trifft, ganz egal, ob uns der Samt in blau, rot oder violett umfängt.
Wertung: 8/10
Info: www.maysa.com
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ELLIOTT MACAULEY feat. JOE LEAVY „All My Life“


Der Elliott weiß, wie er uns erfreuen kann. Sein „Retro“ Album sei an dieser Stelle noch einmal anempfohlen – seine neue Soul-Hymne gleich obendrein. Mittels modernster Telekommunikations-Technik gelang der Kontakt und die Zusammenarbeit zu und mit Joe Leavy, dessen eigenes Werk „A Guy Named Joe“ ebenfalls zu den Soul-Hi-Lites dieses Jahrgangs gezählt werden darf. Beste Voraussetzungen also, die sich im gerade verteilten Appetizer zu „All My Life“ absoulut bestätigen. Hochfliegender, volltönender, Optimisten-Groover. Demnächst bei itunes.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=CbFV9UyBAhw

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