SOUNDS OF UNIVERSAL LOVE (Expansion)

Ein weites Feld. Eigentlich bemerkt das britische Fach-Magazin „The Soul Survivors“ eigentlich ja keinerlei Soul-Musiken, die sich außerhalb seines Orbits bewegt. Dieser liegt in etwa innerhalb eines zeitlichen Radius zwischen 1968 und 1988 – demnach war es eigentlich keine Frage in welcher Soul-Welt eine von Da Buzzboy Fitzroy, seines Zeichens als Fitzroy Facey hauptverantwortlich für die Ausrichtung des oben genannten Presseorgans, zusammengestellte Kompilation sich bewegen würde. Doch weit gefehlt, denn auch im Herzen eines ausgewiesenen Old-School-Kameraden glimmt die heimliche Sehnsucht nach neuem Stoff. In diesem Sinne versammeln sich bei den „Sounds Of Universal Love“ auch aktuellere Themen – aber immer mit dem nötigen Tiefgang, natürlich. Nach nicht ganz zweifelsfreiem Beginn steigert Fitzroy („A Little Bit Of Love“) Tempo und Qualität. Und mittels eines sphärischen Ausflugs mit Lonnie Liston Smith („Journey Into Love“) geht´s dann endgültig in die Höhe, auf der es sich zunächst die Zeitgenossen Omar, Bluey (Incognito), Amp Fiddler, Kenny Wellington und Robert Strauss (Personal Life) bequem gemacht haben. Dazu eine muntere Auswahl fein selektierter Nummern aus den Speichern von George Duke und Steve Arrington, der Brass Construction, der Gap Band und Cameo oder auch Patrice Rushen und Linda Clifford. Alles gut, alles gern gehört – gestern, heute und morgen.
Wertung: 8/10
Info: www.thesoulsurvivors.co.uk
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THE ILLUMINATION EXPERIENCE „Something´s Up“

Europareise. Teil 19: Portugal. Es werde Licht! Ein besondere Erfahrung. Zuletzt konnte uns das Familien-Gespann mittels eines sonnigen Schiebers im SoulP-Mix und einiger bezirzender Bilder für angenehme Aufmerksamkeit sorgen – jetzt steht alsbald das Debut-Album an, dass die Herren mit „Something´s Up“ schon einmal avisieren. Flotte Nummer zwischen Disco und Jazz-Funk. Und obendrein gerade noch frei erhältlich. Bitte dazu untenstehenden Soundcloud-Link nutzen und Spaß haben.

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TRACY HAMLIN „Home“ (Quantize)

Zuhause bei Tracy Hamlin. In den eigenen 4 Wänden zeigt die Frau ihr wahres Gesicht. Klar, wir kennen sie, wir hören sie, wir mögen sie sehr – als stilsichere Interpretin, die dem Jazz im Soul eine faire Chance gibt und die allein mittels Stimme und Auftritt auch durchschnittliche Song-Ideen wertig klingen lässt. Immer elegant, immer sophisticated, immer ganz Dame. Doch daheim löst sie sich von Hemmungen, alle Bremsen los und volle Fahrt voraus. Geradewegs in Richtung des nächstgelegenen Tanzbodens. „Home“ bringt toughe House-Beatz (was auch sonst?), knappes Club-Zeugs und flimmernden Disco-Stoff. Dazu nutzt die Tracy einige Nummern aus ihrem umfangreichen Song-Book, die sie einigen bewährten Mix-Machern zum Spielen überlässt. DJ Spen durfte sich bei Frau Hamlin besonders heimisch fühlen – neben einer Knack-Version des Vandross-Klassikers „Never Too Much“ (dazu gibt´s noch eine wesentlich packendere Variante, die unter der Regie von Altmeister John Morales entstehen durfte), wagt er es auch das Titelthema des jüngsten Hamlin-Albums „This Is Your Life“ mit einem dieser ganz trockenen Mtume „Juicy Fruit“ Beatz zu unterfüttern. Keine Kompromisse, es wird getanzt im Hause Hamlin. Aber immer mit Seele und Emotion. Vielen Dank für die Einladung.
Wertung: 8,5/10
Info: www.tracyhamlin.com
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VYANN EXPERIENCES „1er Voyage“ (Collective Ressonance)

Europareise. Teil 19: Frankreich. Jazz. Eigentlich. Das Fahrwasser in dem sich das französische Musikanten-Kollektiv bewegt ist gut gefüllt mit wunderbaren Instrumental-Passagen – dazu entspannte Harmonien des Jazz, die sich aber immer gern mit den modernen Ausläufern des Soul zu einer dieser hippen Mixturen im Zwischenraum der Ideen von Robert Glasper oder José James verbinden. „Soulmilf“ (was für ein Titel!) klingt genauso, während „Sound Concentration“ sich munter im Umfeld britischer Fusions-Sounds aller Tage tummelt. Bemerkenswert. Wir hätten gern noch eine Portion.

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L. YOUNG „I Love My Girl“ (Reel People Remix)

Mix-Trix. Garantiert solide Dance-Beatz aus den Reel People Studios, die uns zuletzt mittels famoser Brit-Soul Musiken von Tony Momrelle oder Imaani erfreuen konnten. L. Young ist einer dieser allzeit-gemäßen US-Indie-Soul Männer, denen es immer wieder gelingt traditionell bodenständige Grooves mit moderner R&B Attitüde zu verbinden. „Reverb“ nennt sich sein aktuelles Album, „I Love My Girl“ greift als knackiger Midtempo-Schieber mit passender Hookline. Die Reel People akzentuieren das Tempo und die Stärken des Originals, während der NewYorker House-Meister Frankie Feliciano die Dinge direkt auf die Tanzböden bringt. Ab dafür.

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GLAM SAM & HIS COMBO „The Concept Of Being Hip“

Europareise. Teil 18: Schweden. Der Mats Samuelsson ist Glam Sam und als solcher ein Mann von Stil und Finesse. Darauf legt er allerhöchsten Wert. Und darauf, dass die Beatz knacken und die Grooves schön rund durch die Genres und Jahrzehnte flitzen. Irgendwie elektrisch. Disco und Jazz, oder Jazz in der Disco, oder was auch immer – Hauptsache: „Feeling Groovy!“ Nach Ausflügen in Richtung Paradies, Brooklyn oder die französische Riviera erschien es dem Mats wohl an der Zeit seine Reise-Erinnerung in komprimierte Form zu gießen. Also kommt als nächstes ein umfassendes Greatest Hits Album – daraus die Glam Sam typische Anleitung zum Glücklichsein: „The Concept Of Being Hip“. Das sitzt richtig!
„Feeling Groovy – Glam Sam´s Greatest Hits“

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JAHAH „Soul Music“

Früher war mehr Lametta! Früher war auch Soul, die Art von Musik, die von Herz und Hand und mit Sinn und Verstand errichtet wurde, behaupten die Menschen immer wieder einmal. Klar, auch in unseren radiokompatiblen Zeiten gibt´s noch diese Variante der Schwarz-Musik, kein Zweifel und dem Indie-Net sei´s gedankt, dass uns immer wieder die guten Musiken begegnen. Und damit zu Jahah, der im SonicSoul Umfeld schon immer mal positive Erwähnung fand. Ein Mann der Tradition – „Soul Music“ nennt er seine neue Single, ein nettes, nostalgie-verhangenes Video gibt´s dazu, dass den wohltönenden 2-Step Nicker sicher ins heimelige Ziel führt.

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THE PEPPER POTS „We Must Fight“ (Légère)

Europareise. Teil 17: Katalonien. Die Vorliebe der Iberer für gut gewürzte Retro-Soul Varianten ist bekannt. Inzwischen dringen die Rhythmen und der Blues der dort ansässigen Damen und Herren in jede stil-bewusste Soul-Bar europäischer Metropolen. Gut so! Ihr nunmehr schon fünftes Album führt die Pepper Pots (keine Ahnung, ob die Ms. Pepper Potts aus dem Hause Marvel die Namensgebung beeinflusst hat…) in die eher gemäßigten Regionen der Soul-Tradition. Der Produktion (u.a. mit voller Daptone Unterstützung) gelang es trotz (oder gerade wegen…) abgerundeter Ecken und Kanten die Spannung in jedem Takt auf hohem Niveau einzupegeln – breit angelegte Arrangements aus Strings & Horns, fein austarierte Harmonien und eine stets kraftvolle Rhythmus-Basis. Auch in Tagen einer neuen Sharon Jones CD eine Empfehlung wert.

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DAPAUL „Soulful Spirit“ (Adassa Ent.)

Das ist ja gerade nochmal gutgegangen! Unter weniger glücklichen Umständen wäre „Soulful Spirit“ irgendwie an meiner Aufmerksamkeit vorbei geschlittert – doch die gute Fee für bessere Musik meinte es wohl mit mir – und damit auch für diejenigen unter den SonicSoul Nutzern, denen dieser DaPaul Philips bis dato auch noch nicht die Tage und Nächte verschönern konnte. Perfekt abstimmte Soul-Jazz Variationen. Herr Philips gibt den Mann am Klavier (eine Aufgabe, die er zuletzt auch zu allgemeiner Zufriedenheit für Neil Tomo´s „Re-Grooved“ Projekt ausfüllte), der zudem mit warmtönender Stimme die Geschichten erzählt. Drumherum gibt´s feinst gewobene Jazz-Harmonien, die sich auch vor aufgerückten Pop-Einflüssen nicht fürchten müssen – dazu überaus gut geölte Melodie-Linien und überaus gediegen ausgestattete Arrangements, die von einer Heerschar höchst kompetenter Musikanten wunderbarst umgesetzt wurden. Wem der Sinn nach zeitlosem Soul mit Anspruch steht (und bei wem ist das eigentlich nicht so?), wer zudem Frank McComb und Stevie Wonder zu den Stammgästen in seinem Sound-Abspielgerät zählen darf, der sollte sich hier und jetzt mit dem „Soulful Spirit“ anfreunden. Könnte der Beginn einer längeren Beziehung sein.
Wertung: 9/10
Info: www.dapaulmusic.co.uk
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ZO! feat. Eric Roberson & Phonte „We Are On The Move“ / ERIC ROBERSON „Anymore“

Herren im Tanzmodus. Zo!, dessen „Manmade“ Album an dieser Stelle auch noch eine Empfehlung zum Gebrauch in 2014 erhält, und seine Kumpane Eric Roberson und Phonte, geben ihrem Leben Freude. Der Bass gibt die Fahrt vor, der Rhythmus trifft punktgenau, die Gitarre schafft zusätzlich Freiraum. 80´s in Bewegung.


Und überhaupt, der Eric Roberson, der wird uns im Februar mit den hörbaren Resultaten seines jüngst beendeten Aufräumens seiner Abstellkammer beglücken. „B Sides Features & Heartaches“ wird in unserem Breiten wieder über Dome angeboten – daraus hier und heute mit „Anymore“ eine dieser typischen Erro Geschichten – ein wenig verdreht, aber immer weich und warm.

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