BEY BRIGHT „Nu Indie Soul Vol. 1“

Wir stellen vor: Bey Bright, nach eigener Auskunft mit umfassenden Kenntnissen ausgestattet dadurch befähigt für Tätigkeiten als „author, relationship expert, life coach, consultant, producer, writer, musician, entertainer and entrepreneur“. In dieser Funktion lenkt er die Geschicke seiner „Bright Vision Entertainment“ Firma, für die er selbstredend auch die passenden Musiken umsetzt. Tolle Sache, Mr. Bright! „Nu Indie Soul Vol. 1“ gibt einen Überblick über die Bandbreite des Schaffens dieses Allounders – Soul, R&B und ein wenig vom Hip und Hop. Colie Williams mittels einer Minnie Ripperton Reminiszenz und Tiadae mit einem tanzbaren R&B Midtempo-Schwinger bringen die Dinge auf den Punkt und sollten dafür sorgen, dass wir Bey Bright und seine Aktivitäten auch weiterhin mit einigem Wohlgefallen verfolgen werden.

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DJEMEIA „Change“

Europareise. Teil 25: Schweiz. Gerade im allgemeinen Interesse – perfektes Timing also für die Vorstellung von Djemeia, die sich eigentlich als Nicole Zribi von Biel aus auf ihren Weg in Richtung Nu-Soul machte. Mittels „Change“ gibt sie eine solide Vorstellung des inner-europäischen Soul-Standards – direkte Midtempo-Beatz unter gut sortierten und übersichtlich dosierten Arrangements, für die sich das Team Ruck´N´Wiz verantwortlich zeigt. Dazu warmtönende Vokal-Passagen, die den alpinen Ursprung in keiner Nuance erahnen lassen, sowie eine Handvoll allseits brauchbarer Songs, die Djemeia genügend Gelegenheit für positive Aufmerksamkeit geben sollten. Für Skeptiker empfiehlt sich der unmittelbare Besuch nachfolgender Bandcamp-Seite, die das gesamte „Change“ Sortiment als Gratis-Download bereithält.

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ARETHA FRANKLIN „The Queen Of Soul“ OTIS REDDING „The King Of Soul“ (Rhino)

Wer immer noch nicht hat, der hat jetzt hier zu wollen. Klare Wichtigkeiten für die Vervollständigung des heimischen Soul-Archivs. Als Start in den „Black History Month“ ohnehin Pflicht. In aller Ausführlichkeit. Auf jeweils 4 Compact-Discs gibt´s Einblick in die Gemächer der Hoheiten. Und obendrein zum Touristen-Tarif. Otis Redding, dessen Familie sich den „King Of Soul“ übrigens als Warenzeichen eintragen ließ, verteilt seine Gunst auf 92 Songs – übrigens passend zum 50. Jahrestag der Veröffentlichung seines Debuts. Stax-Soul-Klassik. Das volle Programm eines viel zu kurzen Lebens.
Anders die „Queen Of Soul“. Unbestritten und immer noch aktiv, zuletzt 2011 mit „A Woman Out Of Love“, dass aus unerfindlichen Gründen exklusiv ausgerechnet bei Walmart veröffentlicht werden musste. Hier geht´s um ihre Schaffenskraft im Zeitraum zwischen 1967 und 1976. 87 x Soul-Geschichte, inklusive seltener Live-Aufnahmen und der Hits zwischen „Natural Woman“, „Think“ und „Respect“. Pflicht-Programm.


Info: www.rhino.com
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HANNA PAULSBERG CONCEPT „Song For Josia“

Europareise. Teil 24: Norwegen. Und Jazz. Mittsommer. Hanna Paulsberg hat ein Konzept. Die Frau bedient das Saxofon, ein akustisches Trio in klassischer Piano-Bass-Schlagwerk Besetzung setzt Akzente oder begleitet kompetent. Interaktion und Raum für Improvisation, aber auch in der Lage die Dinge in flotter Manier swingend zu erledigen. Sicher nicht unbeeinflusst von US-Vorgängern aus den 60ern, aber immer ganz nah am Fjord. Jan Garbarek, als er vor Jahrzehnten mit „Witchi-Tai-To“ Maßstäbe setzte verfügte über einen ähnlichen Ton, wie Paulsberg ihn auf „Song For Josia“ pflegt. Zuhören, bitte! Live übrigens alsbald hier:
28.Februar – Jazzclub, Minden
03.März – Bflat, Berlin
06.März – Unterfahrt, München
07.März – Stadtgarten, Köln

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EGO ELLA MAY „Breathing Underwater“

Schwimmt sogar in Milch. Und unter Wasser wird geatmet. Ego Ella May geht ihren Weg. Auf elektronischem Sound-Pfaden – zwischen klaren Songs-Strukturen und scheinbar freiem Tun. Immer mit einer Stimme wie Honig, daher auch auf undurchsichtigem Sound-Terrain ein klar verständlicher Turm für Soul-Orientierung. Und „Underwater“ ist sowieso das Nu-Soul Thema in diesen Tagen, übrigens produziert von Iamnobody aus Düsseldorf.

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CHOYCE LOVE „Twilight“

Wiegeschritt – nachdem uns die Choyce Love kürzlich erst mittels ihres fein federnden „Keep On Movin´“ einige der essentiellen 80er Dance-Moves in Erinnerung brachte, schiebt sie das Tempo ein wenig mehr in die Richtung, die allgemein für einander-haltende Entspannung in den Bewegungen der Tänzer sorgt. Selbstredend mit dezenter Retro-Note im Abgang. Kein Wunder, denn auch „Twilight“ wurde von Jake Carter verantwortet, der einst mit seiner Joe Public Combo in die 90er einstieg. Mehr von Choyce gibt´s übrigens im Verlauf des kommenden Sommers.

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ERIC ROBERSON „B-Sides, Features & Heartaches“ (Dome)

Immer richtig! Eric Roberson weiß genau was sich gehört. Und bevor sich der nette Erro zu seinem nunmehr schon 20 Jahre (1994 ertönte „The Moon“ wie eine aktualisierte Variante des Flyte-Tyme Sound-Geschirrs und war trotzdem gut) währenden Aufenthalt im Nu-Soul Geschäft von uns beschenken lässt, kommt er uns mit galanter Geste zuvor und gibt mit seinen „B-Sides…“ einen veritablen Einblick in unbekanntere Noten seines Schaffens. Selbstredend mit umfassender Erro-Qualitätsgarantie. Der Mann singt auf Einladung, andere spielen die Musik dazu. Also gibt´s einen bunt wechselnden Streifzug durch Stil, Raum und Zeit. Angela Johnson, Monet, die Les Nubians, Wes Felton, Dj Spinna, Aaron Camper oder Full Crate geben die Gastgeber, deren musikalischen Vorgaben zwischen neuem Soul, schwarzer Avantgarde oder flotten Dance-Tunes sich der Eric in gewohnt gelassener Manier anschließt. Das hat Klasse und wird immer wieder gern goutiert. Und als Dessert gibt´s die Bestätigung, dass wir uns im Verlauf der Saison auf ein komplett neues Album einstellen können. Arbeitstitel: „Musical Monologues“. Bis dahin genehmigen wir uns noch einige seine hier versammelten Dialoge.
Wertung: 8/10
Info: www.ericrobersonmusic.com
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ALGEBRA BLESSETT „Recovery“ (BBE)

Algebra gibt Rätsel auf. Zumindest in ihrer mathematisch-orientierten Ausprägung. Allerdings verhalten sich die Dinge rund um die Algebra Blessett in ähnlich undurchschaubarer Manier. Eigentlich wurden der Artistin schon vor ihrem 2008er Debut „Purpose“ die Star-Sterne vom Himmel geholt – die allzu hoch angesiedelten Erwartungen dann aber doch nicht mittels Sang und Klang eingelöst. Der Blessett verblieben Nebenjobs für Anthony David und Esperanza Spalding, um im Gespräch zu bleiben – und genügend Zeit um Konzept und Kampagne zu überdenken. „Recovery“ gibt uns jetzt Gelegenheit die Dinge rund um Dame und Potential einer weiteren Hör-Probe zu unterziehen. Klar, hier geht´s um R&B, um Hooks und Grooves mit offizieller Radio-Tauglichkeit, um einen Platz im eventuell vorhandenen Freiraum zwischen Beyoncé und Erykah. Und den beansprucht die Algebra nicht nur mit Nachdruck, sondern auch mit Fug und Recht. In den besten Momenten ihres „Recovery“ gelingen ihr feine Pop-Neo-Soul Nummern, die zweifelsfrei auch wolkenverhangene Tage im Februar erfreulich aufhellen können. Sicher, keine bahnbrechenden Sound-Innovationen, sondern solide Melodiekurven über aktuellen Beatz, die in keinem Takt die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Alles eigentlich ganz einfach, aber immer wieder schwierig in der Umsetzung. Algebra eben.
Wertung: 7/10
Info: www.algebrablessett.com
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THE DECODERS feat. ALICE RUSSELL „Adventures In Paradise“

Minnie Ripperton bevorzugte als „Songbird“ den zarten Tonfall – Alice Russell ist eine Frau von Kraft und Dominanz. Gemeinsam mit eben dieser Alice machten sich die von uns schon mehrfach über den grünen Klee gelobten Decoders auf, um einen weiteren Ripperton Song für ihr bevorstehendes Album einzuspielen. So wurde aus dem eher entspannt daherkommenden Abenteuern, die die Minnie im Paradies erleben wollte, eine machtvolle Funk-Brause mit afrikanischem Unterton. Flinke Percussions, volltönende Hörner und Frau Russell lassen keine Gegenwehr zu. Sehr beeindruckend – nur die doofe Blende nach 3:37 Minuten wirkt ernüchternd.

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CLEVELAND P. JONES „Ace Of Hearts“ (P3P Music Group)

Warum ist uns „Ace Of Hearts“ im Verlauf der Saison 2013 entgangen? Etwa, weil wir uns eigentlich ausschließlich mit den vokalen Ausflügen des Cleveland P. Jones beschäftigen wollten, die ihn unter Anleitung von Ahmed Sirour einige Meilensteine zwischen Jazz-Kunst und Soul-Experiment einsetzen ließen? Vielleicht. Nun aber ist die Zeit gekommen, um einmal Versäumtes nachzuholen – und zwar mit aller Bestimmtheit und Konsequenz, handelt es sich doch bei „Ace Of Hearts“, dem offiziellen Debut des Herrn Jones, um nicht weniger als den ultimativen Herz-und-Schmerz-und-Leidenschaft-und-Seele Showdown. Cleveland intoniert voller Inbrunst, aber losgelöst von artifiziellem Gockeltum in jedweder Erscheinungsform. Rar und wahr. So ist das eben, wenn man Leben und Liebe spürt, könnte man meinen und sich beim Abhören eventuell dann dabei ertappen die eigenen Werte zu hinterfragen. Egal, hier geht´s um Musik, um große Unterhaltung und wer bis dato ebenfalls diese Gefühls-Revue versäumt hat, dem sei das unmittelbare Nachholen hiermit anempfohlen.
Info: www.clevelandpjones.com
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