ERIC ROBERSON „The Box“ (Dome)

Indie-Soul von Anfang an. Eric Roberson und sein Weg vom Allein-Unterhalter mit Geheim-Tipp Bonus in die erste Reihe der zeitgerechten Schwarz-Musik-Macher. Geradewegs und ohne Hast. Stete Entwicklung über Jahre. Und nun „The Box“ als Zusammenfassung der bisherigen musikalischen Errungenschaften – mit dem Blick zurück, der dem immer netten Eric den Weg in die Zukunft weist. „The Box“ steht für die Boom-Box, deren Inhalt, Größe und Bass immer auch für die Straßentauglichkeit der eigenen Person maßgeblich war. Und die vom Eric hat´s natürlich in sich. Erster Eindruck: Der Mann hat zugelegt – Umfang und Statur der aktuellen Musiken strotzen vor Kraft und Stärke, die Arrangements tragen dick auf, nutzen die Schönheit von Bläser- und Streicherklang, ohne dabei die immer vorhandenen Feinheiten der einfachen Melodie zu zerdrücken. Denn genau diese mit scheinbarer Lockerheit aus dem Ärmel geschüttelten Hooklines sind immer noch die Asse im Repertoire des Eric Roberson – diese Leichtigkeit in der Linienführung machen ihn zum „Mr. Nice Guy“, von dem man nur allzu gern seinen ganz eigenen Alltags-Soundtrack gestalten lässt. Die breitgefächerte Produktion gibt´s nun noch als Schmankerl obendrein – klares Hit-Potential.

Wertung: 8,5/10
Info: www.ericrobersonmusic.com
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NICK HAKIM „Where Will We Go Pt. 1“


Zuviel Sommer? Zuviel scheinbar unbeschwertes Nichtstun? Zuviel Nettigkeit allerorten, dazu Belanglosigkeit aus Funk und Fernsehen. Zeit also für „Brooklyn Breezes“ in der 2014er Version. Vor dortselbst kommt der Nick Hakim. Er hat die Berklee School zwecks Verfeinerung seiner ganz eigenen Modern-Soul-Note absolviert, paart seine schwarze Stimme mit weißer Melancholie und ist derzeit unbedingt zu beachten.

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LORETTA HEYWOOD „Butterfly“

Der Sommer der 5 Schatten? Sommer in 5 Schattierungen? Oder einfach nur die 5 Musiken, die für die Loretta den Sommer machen? „The Five Shades Of Summer“ bringt reichlich Mix-Stoff aus einem Album namens „The Boy Across The Road“, dass sie mit ihrer aktuellen Band, den Five Shades eben, eingespielt hat. Hier nun frisch aufgemischt (verantwortlich dafür: Daz-I-Kue, Chris Franck, Zero B, Misa Negra, Bangtang, Ashley Kember oder Continuum, falls das relevant für die geneigte Leserschaft sein sollte) und somit vielschichtig genug, um die Mehrzahl der Tanzflächen dieser Welt zu beschallen. Uns sagen selbstredend die möglichst naturbelassenen Tracks zu, von denen es zeitgleich mit dem Vertrieb der EP auch ein nettes Video des „Butterfly“ gibt. Zur Vollständigkeit: Loretta Heywood galt einst als Vor-Sängerin von Bomb Da Bass und weiß von daher eigentlich genau, was der Dancefloor so braucht.

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KEV BEADLE presents „Private Collection Vol. 2“ (bbe)

Jazz! Kev Beadle ist Brite, DJ und unverzichtbar, wenn es gilt dem Jazz, und seinen Spielarten, ein Forum auch außerhalb der üblichen Zirkel zu bieten. Der Mann macht Radio, legt weltweit auf und verfügt über ein umfangreiches Vinyl-Archiv. Von Zeit zu Zeit taucht er daraus auf und bringt uns einige der ganz raren Perlen seiner Sammlung zu Gehör. Qualität und Besonderheiten garantiert. Vielfach flott gespielt, gern mit Latin-Background, ausreichend vokale Aktionen (bemerkenswert: eine schwedische Combo namens Appendix) und großflächige Spielwiesen für instrumentale Hi-Lites. Namedropping? Bitteschön: Archie Shepp, Stanley Cowell, Chico Freeman, Seawind und Barry Miles sind die Quasi-Stars – freies Spiel mit Aussage und fließende Swinger. Einfach ist anders, aber wer will das schon?
Info: www.kevbeadle.blogspot.de
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JOSÉ JAMES „While You Were Sleeping“ (Blue Note)

Spiegel Online liegt falsch! Erst kürzlich konnte man dort vom Abgesang auf die Verbindung von Rock-Musik und Gitarre lesen – welch´ fundamentale Fehleinschätzung, gilt es doch gerade in diesem Tagen über die mittels „While You Were Sleeping“ stattfindende Rund-Erneuerung des Genre zu frohlocken. Natürlich, eventuell verschob man José James ob seiner Herkunft aus dem Blue Note Gefilden geflissentlich ins Jazz-Regal – doch dort allein fühlt sich der Mann schon seit geraumer Zeit nicht mehr wohl und reüssierte zuletzt stattdessen mit musikalisch höchst-besonderen Ausflügen in Richtung Soul und neuerer Beatz. Und nun also die Gitarre. Und zwar genau die, die kratzt und bürstet. Und weit entfernt ist von alt-wackener Hackerei, fusseliger Einkehr oder frickeliger Fingerübung. Denn hier bestimmt der José die Richtung und damit den Kontext, in dem die Gitarre (gern auch mal laut gespielt) ihre Wirkung zeigen darf. Also keine Living Colors und auch kein Kravitz, sondern ein ideal-eigenständiges Sound-Schema mit vielerlei Einflüssen zwischen New-Wave-Art-Rock und Electronica, zwischen Jazz und Soul, zwischen allem, was uns gut und wichtig erscheint. Und trotzdem so schön anders. Und trotzdem mit dieser dezent weich-gezeichneten Stimme und den aufgedrehten Schlagwerk-Partien die Richard Spaven. „While You Were Sleeping“ passieren die spannendsten Dinge – also immer schön wach bleiben.

Wertung: 8,5/10
Info: www.josejamesmusic.com
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GWENDOLYN COLLINS „Beautiful Fantasy“

Wirklich schön – und so anregend, diese Fantasien, denen die Gwendolyn Collins ganz freien Lauf lässt. Natürlich wissen wir bereits, dass ihr „Storytelling Side 1 – The Simple Things“ Debut ( itunes) zu den bemerkenswerten Taten des neuen Soul in diesem Sommer zählt – mit Freude haben wir bereits an dieser Stelle diverse Eindrücke daraus zum Besten gegeben. Mit „Beautiful Fantasy“, diesem Piano gesteuerten und mit Saxofon unterfütterten Midtempo-Groover mit verführerischem Sirenen-Effekt, gibt´s nun das endgültige Argument für die Wertigkeit des Albums und den schönen Künsten der Frau Collins überhaupt.

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ELONI YAWN feat. PARIS TOON & MOTHERS FAVORITE CHILD „No Excuses“

Das geht gut. Für die Tanzfläche, für die Autobahn, für die besseren Launen im Leben. Eloni Yawn segelt in meisterhafter Disco-Stimm-Manier über einem von Paris Toon entworfenen 80´s Dance-Beater, der sich geschickt an die wichtigen Grooves dieser unverzichtbaren Epoche anlehnt und dann doch sein eigenes Ding macht. Davon wollen wir mehr – jetzt!

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MELLOW BAKU & THE FRIDAY PEOPLE „Children Of A Greater Love“ (Sleek City)

Große Besetzung – weiche Polsterung. Mellow Baku bringt Frische in die aufgestaute
Sommerlichkeit. Und eine Band namens The Friday People spielt dazu. Elektronische Basis, wirkungsvoll angereichert mit Piano, Bass, allerlei Blas-Instrumentarium und fein abgestimmten Percussions, die diverse Stimmungen zwischen Tag und Nacht in Bewegung halten. Alles schön luftig und leicht, bisweilen gar nah an fast belanglosem Pop-Appeal, dann aber wieder mit glänzendem Jazz-Überzug. Gute Unterhaltung ohne (gerade im Verlauf hochgradiger Hitze-Wellen) störende Überforderung von Geist und Körper. Und das Eis im Cocktail schmilzt dahin…

Info: www.sleekcity.co.uk
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MALIKA TIROLIEN „Sur La Voie Ensoleillée“ (Rope-a-Dope)

Auf französisch. Aber bitte mit auf die kanadische Art. Oder so ähnlich. Malika Tirolien singt. Mit Charme sowieso, aber auch mit der ihr eigenen Freiheit die musikalischen Dinge nicht so stilgenau zu nehmen, wie es ein Teil des Publikums schubladengenau bevorzugt. Malika zwischen allen Welten – mal neuer Soul, mal weite Welt, mal Jazz, mal Rock. Ein weites Feld, dessen Krume aber locker aufgemischt daherkommt – frisch und frei. Und das sie uns zunächst ausgerechnet im Vordergrund der immer bemerkenswerten Snarky Puppy Formation auffiel (und sich dort ganz sicher zwischen Lalah Hathaway, Chanta Cann und N´Dambi bewegte) ist mit den jetzigen Hör-Erlebnissen von „Sur La Voie Ensoleillée“ durchaus vereinbar.

Info: www.malikatirolien.com

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SEBASTIEN TELLIER „L´Aventura“ (Record Makers)

Easy Listening! Par excellence, übrigens. Sebastien Tellier macht auf Sonderling und setzt auf ultra-weich-gezeichnete Schmonzetten, deren umhüllende Wirkungsweise die geneigte Hörerschaft direkt in den Zug nach Nirgendwo versetzen. Natürlich ist das im Fall von Herrn Telliers Musik-Kreationen genau das Land, in dem die Milch und der Honig in langen, ruhigen Bächen fließen. In teilweise epischer Breite treffen elektronische Klang-Steilwände auf feinsinnige Streicher-Arrangements die eine heilvolle Allianz aus frankophilem Charme und brasilianischer Bossa-Melancholie (Arrangements übrigens vom legendären Arthur Verocai!) wirkungsvoll unterstützen. Sebastien singt dazu, nutzt dazu kaum die englische Sprache und sorgt so für eine vollends im Gesamt-Sound eingebettete Stimme. Er nennt das „sweet & powerful“. Dem fügen wir mal nix mehr hinzu.

Info: www.sebastientellier.com
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