ANGELA JOHNSON „Naturally Me“ (Dome)

„I don´t want to say this is my masterpiece, but if died tomorrow this would be…“. Angela Johnson at her very best – nicht mehr, nicht weniger. Eigene Ansprüche erfüllt. Dabei kommt „Naturally Me“ zunächst auf eher ungewohntem Terrain daher – die Frau, die einst mit dem jetzigen Tortured Soul Mann Christian Urich als Cooly´s Hot Box gemeinsame Sache machte und die zuletzt mit “Revised, Edited and Flipped” ihre 10 Jahre Solo-Aktivität mit einem bunt gemixxxten Geschenk direkt an Tanz-Welt Revue passieren ließ, gibt sich jetzt bodenständig und mit gut geölten Retro-Elementen. Kernige R&B Figuren, ausladende Arrangements mit sattem Horn-Anteil, dazu auch gern die schwere Hammond und ein vielstimmiges Background-Jubilieren, dass direkt aus dem Gospel-Lehrbuch entnommen sein könnte. Soul, eben. Die Songs selbstredend ohne Fehl und Tadel (mit „Deja Vu“ gibts´neben den Eigenwerken, auch eine überaus gelungene Hommage gibt´s an die unvergessene Teena Marie) , dazu eine Produktion, die sich ihre sympathischen Falten im wahren Leben errungen hat. Irgendwie nicht modern, erst recht nicht modisch, aber überaus zeitlos. MehrWert eben.

Wertung: 8/10
Info: www.angelajohnson.com
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OPOLOPO „Mutants Vol. 2“ (Tokyo Dawn Records)

Geht gut! Es blitzt und zischt, es blubbert und zirpt, es boomt und bangt, es ist Opolopo mit seiner neuen Ansammlung unbedingt Dancefloor-freundlicher Groove&Beatz&Ton&Sound-Mischereien. Geht gut! Auch neben der Tanzfläche. Auch ohne Disco-Kugel und Stroboskop. Und genau das macht den Unterschied und trennt den Peter Major, der sich Opolopo (kommt übrigens aus der afrikanischen Yoruba-Sprache und steht für „Vielfalt“ oder „Überfluß“) nennt, vom weit überwiegenden Mehrzahl der Re-Designer des Musik-Geschäfts. Geht gut! Auch wegen seiner Vorliebe für den 80er Electro-Club-Boogie, der uns so besonders am Herz-Rhythmus liegt. Allein schon der klick-klackende Schwinger „Be Free With Your Love“ des Dropout Orchestra lohnt den Eintritt in Peters Mutanten-Stadel und wenn er dann auch noch den Harmonien des Jazz (die inzwischen zum Klassiker gereiften Bearbeitung von Gregory Porters „1960 What?“ konnte schon nachhaltig beeindrucken – nun darf Mario Biondi nach des Majors Pfeife singen) die richtige Schrittfolge beibringt, dann geht´s sowieso gut.

www.tokyodawn.net/opolopo-mutants2

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DARA TUCKER „The Sun Season“

Mal wieder Jazz. Mit leichtem Gewicht, daher mit wohlfühligem Soul-Anteil, dem es durchweg gelingt unter den vom Piano angeführten Arrangements (zeitweise auch inklusive einer kleinen, feinen Horn-Sektion) seine positive Wirkung zu tun. Flexible Stimme, gut eingängige Melodielinien, solide Rhythmus-Basis und immer wieder genügend Freiraum, um auch der elektrisch verstärkten Gitarre von Peter Bernstein ein flottes Solo zu gestatten. 10 gut austarierte Songs aus eigener Feder sorgen dafür, dass „The Sun Season“ dem Absingen allgemein bekannter Jazz-Standards wirkungsvoll eine Absage erteilt. Stattdessen eleganter Vocal-Jazz für alle Jahreszeiten, für große Leute und die, die es sein wollen.

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ELLIOTT MACAULEY „Work That ThinG“

Immer zuverlässig, dieser Elliott Macauley! „Metaphor“ nennt er eine neue EP, die ab gleich und jetzt an den üblichen Download-Stationen verfügbar ist. Selbstverständlich die gewohnt übergeordnete Brit-Soul Qualität, belebende Uptempo-Schwinger, wirkungsvolle Midtempo-Grooves – gekonnt angereichert durch Beiträge namhafter Gäste aus Übersee (allesamt natürlich SonicSoul Favoriten – Joe Leavy, Cleveland Jones, Marwan Akil, die sich das Mikrofon teilen, und David Lee Andrews, der das Saxofon spielt). Mitmachen und dabei sein – hier ist jeder Song ein Treffer, typisch Macauley, eben.

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NICK HAKIM „I Don´t Know“

Und schon wieder Zeit für Nick Hakim! Eigentlich können wir noch nicht von den schwerblütig-süßen Lastern seiner ersten EP lassen, da kommt schon die Ankündigung für „Where Did We Go Pt. 2“ mittels einer blues-getränkten Nu-Soul Partie in statthaft schleichendem Hakim Sound-Ambiente. „I Don´t Know“, sagt er – ich schließe mich dem an, aber schön ist´s trotzdem.

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NIK WEST „You“

Nik West macht Bass. Funk, Soul, Rock – das weite Spektrum, der große Auftritt, die Dame kann´s sich leisten. Paris Toon ist ihr aktueller Musik-Partner, seine „Mother´s Favorite Child“ Band sorgt für den richtigen Klang und „You“ ist der mit purpurnen Vorgaben spielende, auf fester Beat-Grundlage aufbauende Slow-Mover aus 4 Saiten, Leidenschaft und Nik. Alsbald gibt´s mit „Say Something“ eine EP dazu und am 6. September die unschätzbare Gelegenheit Frau West, ihren Umgang mit dem Instrument, den Paris Toon, die Band und die ganze Chose am Abend des „Warwick Open Day“ im schönen Markneukirchen zu erleben. Da geht´s hin, nicht wahr?

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HERBIE HANCOCK „The Warner Bros. Years 1969 – 1972“ (Rhino)

Herbie Hancock 2014. Live in der legendären Hollywood Bowl. Das ganz große Aufgebot. Vince Mendoza und sein vielstimmiges Orchester, dazu ein Mann am Flügel. Hitparade auf höchstem Niveau – ein Video dazu („Tell Me A Bedtime Story“) kursiert dazu bereits im Netz und führt uns so direkt zu „Fat Albert Rotunda“ – genau jenem Hancock Album aus dem Jahr 1969, dass eben diesen „Tell Me…“ Slow-Moving-Pop-Soul-Jazz erstmals veröffentlicht. „Fat Albert…“ war sein erstes Album für Warner Bros. , ist entsprechend in der hier vorzustellenden Box enthalten und zeigt den Meister in seiner Rolle als Macher des allgemein gültigen Jazz-Funk-Pop-Soul-Jazz. Tauglich für Film und Fernsehen, für Auto und Club, für Sommer und Winter. Ein Erfolg. Doch der rastlose Artist dachte nicht daran, diesem Konzept weiter zu folgen, sondern folgte den kreativen Freiheiten des Jazz. „Mwandishi“ kennzeichnet einen Wandel auf allen Ebenen – ein vielfach elektronisches Instrumentarium, ungezwungenes Improvisieren in großangelegten Zeiträumen zwischen 10 und über 20 Minuten, Musik als Ausdruck eines neuen Lebensgefühls. Kein Leichtgewicht, aber perfekt als Einstieg in duselnde 70ger. Noch ein Schritt weiter und dann der Schlussstrich – jedenfalls für die Partnerschaft zwischen Warner und Hancock, denen die tönenden Ausflüge zwischen Himmel und Erde doch eine Nummer zu weit gingen. „Crossings“ bringt mehr Synthesizer, mehr Impro, mehr Geist, aber weniger Bodenhaftung. Die fand der Herbie dann im nächsten Schritt seiner Karriere. Die bunten Sounds münden geradewegs in den knalligen Funk der „Headhunters“, aber damit beschäftigen wir uns dann beim nächsten Mal, nicht wahr. Rhino? Für heute aber bleiben wir bei unserer Empfehlung für die Freunde der Kunst. Übrigens: das beiliegenden Booklet ist umfangreich und die Gestaltung der Box sehr gelungen. Dafür einen Extrapunkt.

Info: www.herbiehancock.com
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MATTHEW DANIEL „Personification Of Soul“ (Butterfly Jazz)

Der Mann hat große Pläne. Und hat mit „Personification of Soul“ einen vielversprechenden Start hingelegt. Auf eigenem Label gibt´s hier eine einladende Sound-Melange aus modernem Soul und umgänglichem Jazz, gelegentlichen Einflüssen aus angrenzenden World- und Pop-Regionen, die das Song-Angebot bisweilen mit echtem Hit-Potential („Blank Page“ gehört ins Radio!) ausstatten. Bemerkenswert: Matthew Daniel hat sich seine Vokalisten per Internet ins Studio geholt. Seine Song-Argumente waren offensichtlich derart gut, dass sich dortselbst durchaus bekannte Stimm-Träger (Lina, Trizonna McClendon, Linda Muriel oder Jevon Reynolds) eingefunden haben, die den Matthew Daniel Songs oberhalb der ökomisch-knapp ausgestatteten Arrangements die besonderen Noten verleihen. Gut gemacht!

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SEAN McCABE „Something About You/Holding On“ (Z Records)

Sean McCabe lässt bitten. Zum Tanz, natürlich. Getreu den Maximen von Labelchef Dave Lee (besser bekannt als Joey Negro…) gibt uns der Sean mit seinem Single-Debut den unverschnittenen Tanz-Stoff in 2 Variationen. „Something About You“ bringt locker fließenden Disco-House Stoff mit ordentlich Tempo, flüssig gleitendem Groove und nachfassender Hookline, während „Holding On“ knackig-kantig daherkommt und mit deutlichen Snap-Anleihen spielt. Das passt und hat Platz auf der nächsten Party. Ein komplettes Album von gleicher Güte soll´s übrigens im Herbst geben.

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ERIC ROBERSON „The Box“ (Dome)

Indie-Soul von Anfang an. Eric Roberson und sein Weg vom Allein-Unterhalter mit Geheim-Tipp Bonus in die erste Reihe der zeitgerechten Schwarz-Musik-Macher. Geradewegs und ohne Hast. Stete Entwicklung über Jahre. Und nun „The Box“ als Zusammenfassung der bisherigen musikalischen Errungenschaften – mit dem Blick zurück, der dem immer netten Eric den Weg in die Zukunft weist. „The Box“ steht für die Boom-Box, deren Inhalt, Größe und Bass immer auch für die Straßentauglichkeit der eigenen Person maßgeblich war. Und die vom Eric hat´s natürlich in sich. Erster Eindruck: Der Mann hat zugelegt – Umfang und Statur der aktuellen Musiken strotzen vor Kraft und Stärke, die Arrangements tragen dick auf, nutzen die Schönheit von Bläser- und Streicherklang, ohne dabei die immer vorhandenen Feinheiten der einfachen Melodie zu zerdrücken. Denn genau diese mit scheinbarer Lockerheit aus dem Ärmel geschüttelten Hooklines sind immer noch die Asse im Repertoire des Eric Roberson – diese Leichtigkeit in der Linienführung machen ihn zum „Mr. Nice Guy“, von dem man nur allzu gern seinen ganz eigenen Alltags-Soundtrack gestalten lässt. Die breitgefächerte Produktion gibt´s nun noch als Schmankerl obendrein – klares Hit-Potential.

Wertung: 8,5/10
Info: www.ericrobersonmusic.com
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