JOSÉ JAMES „While You Were Sleeping“ (Blue Note)

Spiegel Online liegt falsch! Erst kürzlich konnte man dort vom Abgesang auf die Verbindung von Rock-Musik und Gitarre lesen – welch´ fundamentale Fehleinschätzung, gilt es doch gerade in diesem Tagen über die mittels „While You Were Sleeping“ stattfindende Rund-Erneuerung des Genre zu frohlocken. Natürlich, eventuell verschob man José James ob seiner Herkunft aus dem Blue Note Gefilden geflissentlich ins Jazz-Regal – doch dort allein fühlt sich der Mann schon seit geraumer Zeit nicht mehr wohl und reüssierte zuletzt stattdessen mit musikalisch höchst-besonderen Ausflügen in Richtung Soul und neuerer Beatz. Und nun also die Gitarre. Und zwar genau die, die kratzt und bürstet. Und weit entfernt ist von alt-wackener Hackerei, fusseliger Einkehr oder frickeliger Fingerübung. Denn hier bestimmt der José die Richtung und damit den Kontext, in dem die Gitarre (gern auch mal laut gespielt) ihre Wirkung zeigen darf. Also keine Living Colors und auch kein Kravitz, sondern ein ideal-eigenständiges Sound-Schema mit vielerlei Einflüssen zwischen New-Wave-Art-Rock und Electronica, zwischen Jazz und Soul, zwischen allem, was uns gut und wichtig erscheint. Und trotzdem so schön anders. Und trotzdem mit dieser dezent weich-gezeichneten Stimme und den aufgedrehten Schlagwerk-Partien die Richard Spaven. „While You Were Sleeping“ passieren die spannendsten Dinge – also immer schön wach bleiben.

Wertung: 8,5/10
Info: www.josejamesmusic.com
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GWENDOLYN COLLINS „Beautiful Fantasy“

Wirklich schön – und so anregend, diese Fantasien, denen die Gwendolyn Collins ganz freien Lauf lässt. Natürlich wissen wir bereits, dass ihr „Storytelling Side 1 – The Simple Things“ Debut ( itunes) zu den bemerkenswerten Taten des neuen Soul in diesem Sommer zählt – mit Freude haben wir bereits an dieser Stelle diverse Eindrücke daraus zum Besten gegeben. Mit „Beautiful Fantasy“, diesem Piano gesteuerten und mit Saxofon unterfütterten Midtempo-Groover mit verführerischem Sirenen-Effekt, gibt´s nun das endgültige Argument für die Wertigkeit des Albums und den schönen Künsten der Frau Collins überhaupt.

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ELONI YAWN feat. PARIS TOON & MOTHERS FAVORITE CHILD „No Excuses“

Das geht gut. Für die Tanzfläche, für die Autobahn, für die besseren Launen im Leben. Eloni Yawn segelt in meisterhafter Disco-Stimm-Manier über einem von Paris Toon entworfenen 80´s Dance-Beater, der sich geschickt an die wichtigen Grooves dieser unverzichtbaren Epoche anlehnt und dann doch sein eigenes Ding macht. Davon wollen wir mehr – jetzt!

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MELLOW BAKU & THE FRIDAY PEOPLE „Children Of A Greater Love“ (Sleek City)

Große Besetzung – weiche Polsterung. Mellow Baku bringt Frische in die aufgestaute
Sommerlichkeit. Und eine Band namens The Friday People spielt dazu. Elektronische Basis, wirkungsvoll angereichert mit Piano, Bass, allerlei Blas-Instrumentarium und fein abgestimmten Percussions, die diverse Stimmungen zwischen Tag und Nacht in Bewegung halten. Alles schön luftig und leicht, bisweilen gar nah an fast belanglosem Pop-Appeal, dann aber wieder mit glänzendem Jazz-Überzug. Gute Unterhaltung ohne (gerade im Verlauf hochgradiger Hitze-Wellen) störende Überforderung von Geist und Körper. Und das Eis im Cocktail schmilzt dahin…

Info: www.sleekcity.co.uk
Kaufen: itunes

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MALIKA TIROLIEN „Sur La Voie Ensoleillée“ (Rope-a-Dope)

Auf französisch. Aber bitte mit auf die kanadische Art. Oder so ähnlich. Malika Tirolien singt. Mit Charme sowieso, aber auch mit der ihr eigenen Freiheit die musikalischen Dinge nicht so stilgenau zu nehmen, wie es ein Teil des Publikums schubladengenau bevorzugt. Malika zwischen allen Welten – mal neuer Soul, mal weite Welt, mal Jazz, mal Rock. Ein weites Feld, dessen Krume aber locker aufgemischt daherkommt – frisch und frei. Und das sie uns zunächst ausgerechnet im Vordergrund der immer bemerkenswerten Snarky Puppy Formation auffiel (und sich dort ganz sicher zwischen Lalah Hathaway, Chanta Cann und N´Dambi bewegte) ist mit den jetzigen Hör-Erlebnissen von „Sur La Voie Ensoleillée“ durchaus vereinbar.

Info: www.malikatirolien.com

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SEBASTIEN TELLIER „L´Aventura“ (Record Makers)

Easy Listening! Par excellence, übrigens. Sebastien Tellier macht auf Sonderling und setzt auf ultra-weich-gezeichnete Schmonzetten, deren umhüllende Wirkungsweise die geneigte Hörerschaft direkt in den Zug nach Nirgendwo versetzen. Natürlich ist das im Fall von Herrn Telliers Musik-Kreationen genau das Land, in dem die Milch und der Honig in langen, ruhigen Bächen fließen. In teilweise epischer Breite treffen elektronische Klang-Steilwände auf feinsinnige Streicher-Arrangements die eine heilvolle Allianz aus frankophilem Charme und brasilianischer Bossa-Melancholie (Arrangements übrigens vom legendären Arthur Verocai!) wirkungsvoll unterstützen. Sebastien singt dazu, nutzt dazu kaum die englische Sprache und sorgt so für eine vollends im Gesamt-Sound eingebettete Stimme. Er nennt das „sweet & powerful“. Dem fügen wir mal nix mehr hinzu.

Info: www.sebastientellier.com
Kaufen: amazon

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SUCH „Trial & Error“

VerSUCH macht klug! Su Charles kommt uns demnächst mit ihrem Album Nr. 2 entgegen – „Trial & Error“ nennt sie es und es erzählt die immer wiederkehrenden Geschichten vom Scheitern und neuen Anfängen, vom Sammeln von Erfahrungen und Siegen über alle Unbilden des Lebens. Für uns wichtiger ist selbstredend der passende Klang dazu: Stimme und Musik, Sounds, Grooves & Beatz, packende Hooks und einnehmende Stimmungen. Bis dato hat uns Frau Charles in dieser Abteilung noch nie enttäuscht und wird es sicher auch mit „Trial & Error“ nicht tun. Wir sind zuversichtlich, erwarten Songs aus den besten Zutaten und werden alsbald berichten. Wer schon jetzt mehr hören möchte, der wende sich direkt an www.iamsuch.com, um ein exklusives Preview abhören zu können.

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JONATHAN BUTLER „Living My Dream“ (Mack Avenue)

So gediegen, so entspannt. Jonathan Butler hat Südafrika in Blut und Seele, aber den American Way Of Life als seinen Traum verwirklicht. Nach langen Jahren im Soft-Soul-Jazz Geschäft, die insgesamt immerhin achtzehn Alben zieren, kommt nun „Living My Dream“, dass das Musik-Schaffen des Butler in 11 Teilen zusammenfasst. Sanfte Klänge der Gitarre, immer wieder gern die mit den Nylon-Saiten, überaus kompetentes Musikantentum als Begleitung (George Duke, Marcus Miller und Elan Trotman spielen mit) und einige Vokal-Beiträge, die untermauern, dass der Jonathan auch gut bei Stimme ist. Hörbar werden so Impressionen aus diversen Winkeln dieser Welt – selbstredend ein wenig Afrika, aber auch ein eher unnötiger Ausflug in sonnige Karibik-Gefilde. Selbstredend kommt uns der Soul-Anteil des Butler´schen am nächsten – „Heart & Soul“ nennt sich das diesbezügliche Hi-Lite, der Titel ist Programm für Herrn Butler und das lässt er uns spüren.

Info: www.jonathanbutler.com
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EPHEMERALS „Six Days A Week“

Herz und Schmerz, Schrot und Korn, Blues und Soul. Als Seele, nicht als modisch aufhübschende Beigabe. Ephemerals nennt sich die Band, deren Debut alsbald bevorsteht. Federführend geleitet von Hillman Mondegreen und einem jungen Sangesmann aus NewYork namens Wolfgang Valbrun, genannt „Wolf“. Entsprechend geht er zur Sache, mit Leidenschaft und dem Verstand, den großen Vorbildern der Vergangenheit keine Kopie entgegenzusetzen, sondern eigene Töne anzuschlagen. Hillman macht die Sounds dazu, rau und kräftig – „Nothin´ Is Easy“, und das darf man ruhig auch mal spüren.

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KENYA „Be Here“

Kenya? Kennen wir! Ihre Variante des MJ Klassikers „I Can´t Help It“ ist noch in bester Erinnerung, ihre Fähigkeit bekannten Melodiekurven ihre eigenen Jazz-Töne unterzumischen ebenso. Kendall Duffie, im Hauptberuf ein Zwilling aus der so überaus angesehenen Soul-Jazz Formation Kloud 9, gefielen Kenyas Jazz-Ausflüge ebenso, wie uns. Ein Anruf, eine Verabredung und „Be Here“, die neue Single der Kenya wurde betreut von Kloud 9. Gute Sache, dieser gravitätisch voranschreitende Midtempo-Groove, sehr gediegen. Ein komplettes Album namens „My Own Skin“ wird uns in einigen Monaten erfreuen können, Khari Cabral, Darren „Daz-I-Que“ Benjamin (Bugz in the Attic) und Maurice Joshua stehen dazu als Produzenten parat und versprechen in Kombination mit Kenya McGuire Johnson gehobenes Soul-Entertainment.

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