DAVID BOWIE „Nothing Has Changed“ (Parlophone)

Neu und alt oder alt und neu? Wie auch immer – mit der dieser Tage erscheinenden Single „Sue (Or In A Season Of Crime)“ hat Mr. Bowie sich einmal mehr neu erfunden. Die epische und bläserlastige, verstörende Jazz-Ballade wurde zusammen mit dem Maria Schneider Orchestra aufgenommen und gemeinsam von Bowie sowie seinem langjährigen Partner Tony Visconti produziert. Assoziationen zu Scott Walker kommen nicht von ungefähr, nachdem Bowie Walker einst als „Idol seit Kindheitstagen“ bezeichnet hatte. „Sue (Or In A Season Of Crime)“ ist sicher kein von vornherein besonders eingängiges Stück, gewinnt bei wiederholtem Anhören und Einhören in die Bowie-untypischen Klangwelten jedoch deutlich.
Erscheinen wird die Single als limitierte 10“-Vinyl und zum Download am 14. November 2014 und bietet mit “Tis A Pity She Was A Whore” auf der B-Seite einen weiteren exklusiven neuen Song. “Wenn britische Künstler des frühen 20. Jahrhunderts Rockmusik gemacht hätten, hätten sie wahrscheinlich so geklungen wie dieser Song.”, so der Künstler selbst über diesen Titel. Thematisch wird in “Tis A Pity She Was A Whore” die schockierende Rauheit des Ersten Weltkriegs aufgegriffen – im Jahr 2014 kommt man an diesem Thema einfach nicht vorbei… Zu hören (und zu sehen) gibt es „Sue (Or In A Season Of Crime)“ weiter unten , “Tis A Pity She Was A Whore” findet ihr hier bei spotify

Auf der, mit fast 60 Songs überaus umfangreichen, am selben Tag erscheinenden Deluxe-Best-of 3er-CD „Nothing Has Changed“ findet sich neben „Sue“ als einzigem neuem Titel ein Querschnitt durch sämtliche Schaffensperioden Bowies aus den vergangenen fünfzig Jahren. Das Album spannt den Bogen aus der Gegenwart bis hin zu absoluten Frühwerken von Davie Jones & The King Bees oder Davy Jones with The Lower Third aus den Jahren 1964-1965. Mit dabei sind neben vielen bekannten Hits auch zuvor unter Verschluss gehaltene Stücke, wie z.B. „Let Me Sleep Beside You“, welches für das unveröffentlichte Toy Album aufgenommen wurde. Damit handelt es sich um die umfassendste Sammlung an Bowie Songs, die je veröffentlicht wurde und vermag ohne Zweifel selbst dem eingefleischtesten Bowie-Fan noch etwas Neues zu bieten. Parallel erscheint das Album als 2CD, Doppel-Vinyl und Download, welche jeweils mit einem eigenen Artwork ausgestattet sind.
Sollte man haben.
Wertung: 9/10
Info: www.davidbowie.com
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MAD SATTA „Comfort“

Besonders. Und gut dazu. Mad Satta sind zu 8, die Joanna Teters bestimmt den Auftritt , ihr Wirken steuern sie derzeit von NewYork aus und bieten uns mit ihrem Debut „Comfort“ eine äußerst spannende Sound-Reise in die „Zukunft des Soul“. Über derlei Titel darf man sicher geteilter Meinung sein, egal, welche Art von Zukunft auch immer – Mad Satta sind mit einer Melange aus vielerlei Soul-Jazz-Rock-Pop Elementen in jedem Fall eine unbedingte Empfehlung für jetzt und hier.

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BEBEL GILBERTO „Tudo“ (Sony)

Bossa Nova Revisited. Frau Gilberto liegt der zartbittere Sound Brasiliens im Blut – die ihr eigene Musikalität steuerten enge Familienbande bei – die Freude am Experiment entdeckte sie in der Folge irgendwo in New York. Seit Jahren gilt sie als zartbesaitete Erneuerin des Genre. Natürlich ohne dabei irgendwelche Traditionen zu übergehen oder gar die Schönheit des Klanges mit unpassenden Einflüssen zu brechen. Bebel versucht sich eher an der Fusion von Electronics und Bossa. Ihre vorherigen Alben („Tanto Tempo“) gelten hier als stilprägend und mit „Tudo“ setzt sie ihr Streben in allen Belangen fort. Allerdings mit gebremstem Schaum – akustisches Instrumentarium erklingt im Vordergrund – dafür sind die subtil-ergänzenden Beigaben aus der Synthie-Abteilung umso wirkungsvoller. Und schmückend sowieso. Und wenn zudem auch Streicher ihren Honig verteilen dürfen, dann kann man sich dem Zauber des Augenblicks („Somewhere Else“ kaum entziehen.

Info: www.bebelgilberto.com
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VLADIMIR CETKAR „Time Goes By“

Die Zeit ist gekommen! Für Vladimir Cetkar, für den eleganten Soul-Jazz, den der Mann aus Mazedonien, mit Ausbildung am Berklee College in nahezu perfekter Vollendung zum Vortrag bringt. Natürlich mit allem drum und dran: flink-geschmeidiges Gitarrenspiel, reich bestückte Arrangements, fliegende Hook. Alles zusammengeführt in sommerfrischer Leichtigkeit. „Time Goes By“ ist ein weiterer Auszug aus seinem Album „Heavenly“, dass dem Vernehmen nach in Kürze auch hierzulande erhältlich sein soll. Wir werden berichten.

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INDIE SOUL UNITED 2 (Mr. E. Records)

Old School Soul Magic. Craig Eleazer hält bereits seit vielen Jahren die Fahnen des Indie-Soul in höchste Höhen. Und als Beweis für die Sinnhaftigkeit dieses Tuns gibt´s alle paar Jahre eine überaus gelungene Kompilation dazu. Artisten (Ty Causey, Chidi, Ashanti Munir…) aus dem Großraum Boston zelebrieren die ewig gültigen Soul-Werte aus Herz & Schmerz – dankenswerterweise unter dem (fast) konsequenten Verzicht auf billige Tricks und Effekte (irgendwo taucht dann doch mal ein Vocoder auf – das ist aber seit Roger Troutman ohnehin statthaft). Sogenannte Trends werden ausgeblendet – „Indie Soul United“ führt zurück in die 80er/90er, bringt pumpende Dance-Beatz, fließende Mid-Tempos und eine erkleckliche Anzahl von Slow-Movern, in denen man es sich so recht bequem machen kann. Sehr nett!

Info: facebook
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IMAANI „Standing Tall“ (Dome)

Die Frau für alle Fälle. Seit Jahren im Show-Business, dortselbst mit allen Wassern gewaschen, erfolgreich im Grand Prix (oder eben dem Eurovision Song Contest…) oder als Front-und Nebenfrau bei Incognito. Natürlich geht auch der harte Rock der der Formatradio-kompatible Pop. Imaani hat Stimme und Auftreten, sie macht sich ihr Sound-Umfeld zur ganz eigenen Sache und verlegt mittels ihres jetzt endlich vorliegenden Debut-Albums „Standing Tall“ den Radius ihres Schaffens. Natürlich bewegt sie sich mit Vorliebe mit damenhafter Attitüde – die Töne (meist darf sich Imaani auf eine gut eingespielte Band verlassen, die sich bei Bedarf von Kraft-Hörnern verstärken lässt) passen perfekt, die Hooks perlen wie an Fäden aufgezogen – dazu gibt´s quirlige Dancer, beschwingte Midtempos, tiefbewegte Balladen und auch einen rauchenden Funk-Rocker mit Heavy-Gitarren-Frickeln. Kann man gut hören, darf man gut finden.

Info: www.imaani.net
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NEO feat. DRIZA BONE „Your Smile“

Ein Sonntag. Im November. Die Sonne scheint. Wie gut. Die passenden Grooves und Beatz dazu liefert derzeit Gary Van Den Bussche, unter dessen „Disco-Soul-Gold“ Markenzeichen bereits seit einiger Zeit allerbeste britische Tanz-Schwinger zugänglich werden. Zuletzt die Soulutions (die passenderweise auch auf dem Frankfurter Label Sundae Soul veröffentlicht wurden) und jetzt Neo. Immer gern auch in Bearbeitung des Driza Soul Teams. Ultra-bequeme Dancer für die entspannte Party! Und sonnstig-beschwingte bGelegenheiten.

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VICTOR HAYNES „My Time Is Here“ (Expansion)

Es ist an der Zeit! Victor Haynes ist seit vielen Jahren einer der primären britischen Soul-Vor-Sänger. Große Stimme, große Bandbreite, immer zuverlässig. Mit immer eleganter Selbstverständlichkeit weiß er seine Kunst zu präsentieren, ganz egal, ob es gilt die Tanzböden zu füllen oder die Herzen auch der stolzesten Frauen zu erreichen. „My Time Is Here“ bringt 14 x Haynes at his best: behende Dancer zwischen Disco, House und Pop und meist weit ausschwingende Midtempos. Die Songs entstanden gemeinsam mit seinem Produzenten Peter May (Ausnahme: eine durchaus nette Version des Billy Griffin Klassikers „Serious“), der auch für die ökonomisch-luftigen Arrangements sorgte – variable E-Synthie-Basis, angereichert mit Gitarre und Saxofon. Solide zeitlos und dankenswerterweise unter Verzicht auf unnötige Schnörkelei.

Info: facebook
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TIMOTHY BLOOM „The Deluxe Edition“ (Beyond The Sky)


Der Mann für alle Soul-Fälle. Timothy Bloom hat Talent, Charisma und die Fähigkeit sich in allen Lagen für die erste Reihe zu empfehlen. Star-Potential, eben. Auf dem Weg nach oben sollte ihm die nun vorliegende „Deluxe“ Variante seines Debuts kaum im Weg stehen – als Song-Schmied schon längst mit Grammy-Ehren ausgezeichnet, ist es nun an der Zeit den Artisten in Gänze kennenzulernen (zu diesem Zweck eignet sich übrigens auch sein 2011er “Til the End of Time“ Video…). Vielfalt ist seine Natur – entsprechend gibt er uns einen weitgespannten Rhythm&Blues-Sound-Bogen, in dem sich immer wieder Elemente stilprägender Schwarz-Musik-Macher finden lassen. Heiteres Quellen-Studium. Dabei bleibt der Timothy immer er selbst – egal, ob er sich in Ansätzen bei Prince, Seal, Kravitz, Marvin oder ähnlichen Kalibern bedient. Immer mit Herzblut bei der Sache, dazu in der Lage nachhaltig spannende Songs abzuliefern und diese mit allgemein verständlichen Arrangements zu umgeben. Gehobene Unterhaltung mit Charts-Appeal.

Info: www.timothybloom.com
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SILK RHODES „Pains“

Don´t judge a book by its cover! Gilt natürlich auch für unser Metier und im aktuellen Fall für Silk Rhodes, Sehen aus, als ob man gern die Posen des Rock´n´Roll schon zum Frühstück einnimmt – klingen dann aber wie die nächst wichtigen Vertreter aus der Abteilung Soul-Nostalgie. Zumindest mit ihrer ersten Single „Pains“, die dem Vernehmen nach aber auch nur einen ungefähren Ausschnitt aus dem umfangreichen musikalischen Spektrum des Duos abbilden soll. Das Album dazu gibt´s alsbald auf dem immer zuverlässigen Stones Throw Label, neue Dimensionen und Möglichkeiten des Soul zwischen Tradition und Moderne werden avisiert, wir sind gespannt.

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