MARIAMA CEESAY „Thinking About You Instead“ (SedSoul)

Europareise: Station 3. Wir bleiben in Deutschland und hören nach Norden. Dort gibt´s SedSoul, die Heimstatt von Rob Hardt und Frank Ryle, die seit geraumer Zeit als Cool Million den besseren Tanzböden die passenden Rhythmen vorgeben. Nach dem Motto „warum denn in die Ferne schweifen…“ kamen sie auf die Spur der gesanglichen Talente von Mariama Ceesay, einer jungen Dame mit Wohnsitz Bremerhaven, die den ganz unerschrockenen unter uns als X-Factor Kandidatin 2011 in Erinnerung geblieben sein könnte. Und nun also in Begleitung von Rob und Frank, und damit auf direktem Weg in Clubs. Jugendlicher Charme trifft Modern-Soul-Dance-Beatz.

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ELVIS COSTELLO & THE ROOTS „Wise Up Ghost“ (Blue Note)

Der olle Elvis mal wieder auf neuen Wegen, oder zumindest auf solchen, auf denen er noch nicht wandelte. Mit dabei die mit allen Stil-Wassern gewaschenen Mannen einer Combo namens The Roots, die seit geraumer Zeit schon als Haus-Band der Jimmy Fallon Talkshow fungieren und als solche schon die merkwürdigsten Merkwürdigkeiten (bekannte Muppets-Puppen oder komisch frisierte Cyrus Nudeln) soundgerecht unterstützt haben (Motto: „This is our party – we can do what we want….we can kiss who we want – go Miley!“). Eigentlich sind sie natürlich eine der wichtigsten Hip-und-Hop Banden dieses Universums und als solche ein konkreter Kontrapunkt zum britischen Einwanderer Costello. Beide Fraktionen sind sich natürlich in der Fallon Show näher gekommen – nach einigen Sondierungsgespächen kam man überein, dass diverse Schnittstellen zwischen Sänger und Band existieren, die es zu vertiefen gilt. Nun also „Wise up Ghost“, eine der Überraschungen der Herbst-Saison und eine positive dazu. Das Ding eckt und hakt, aber es hat den Groove und den Move. Knapp getrommelte Beatz, dazu ebenso ökonomisch eingesetzte Keys, darüber der typische Costello. Das passt, zumindest, sobald die Tempi im oberen Bereich bleiben und beide Parteien ihr eigenes Publikum bedienen. R-Ein-Hören angeraten.
Info: www.elviscostello.com
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IAMNOBODI „Elevated“ (Soulection)

Europareise. Station 2: Deutschland. Iamnobodi gibt uns den Elektro-Beat. Stets zurückhaltend, aber stets präsent und Aufmerksamkeit einfordernd. Hip-Hop basierte Rhythmen und flüssige E-Sounds, sorgfältig austariert und jederzeit angenehm.

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SOFIA RUBINA „Dreams Of Tomorrow“ (Dreams Of Tomorrow)

Europareise. Station 1: Estland. Sofia Rubina fordert auf. Zum Tanz. Jetzt, gleich, ultimativ. Die Beatz sind treffend, die Grooves zwischen Breaks und 80´s Stylings. Opolopo hat einige Produktionen übernommen. Unbedingt einsteigen. Ab dafür.

http://vimeo.com/16338178

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THOMAS DYBDAHL „What’s Left Is Forever“ (Universal)

Americana-Folk-Country-Soul. Klingt nicht so spannend. Und ist es aber doch. Klar, dass derart Stil-Blüten dem tatsächlichen Hör-Erlebnis nur in Randbereichen gerecht wird. Thomas Dybdahl ist nicht zu fassen. Schon garnicht mit Worten. Um es uns ein wenig einfacher zu machen, gibt´s im Nachgang ein plausibel zu nennendes Musik-Beispiel (sowie ein unverschnittenes Soli-Live-Video) aus dem neuen Album des Norwegers, der sich sein „What´s Left Is Forever“ vom US-Produzenten Grande Larry Klein (von Joni Mitchell bis Till Brönner) eintichten ließ. Der brachte entsprechende Erfahrung in Form und Farbe ein, Dybdahl seine zart-zerbröselnde Stimme, seine Gitarre, seine Fähgkeit perfekt einfädelnde Songs zu schreiben und den Willen, deren Sounds abseits der Straßenmitte anzusiedeln. Irgendwo zwischen Duncan Browne, 70er Art-School, Nick Drake und…dazu feinste Streichereinheiten, die die Tür und Tor zur ganz großen Cinemascope-Leinwand öffnen, sowie heftig vermisste Sounds & Visions zwischen Frippertronic und Glissando-Gitarre. Abenteuer: Romantik.
Wertung: 8,5/10
Info: http://www.thomasdybdahl.com
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BRIAN CHRISTOPHER „So Much Love“

Nur wird´s aber Zeit! Brian Christopher kann uns schon seit geraumer Zeit mit äußerst gediegenen Soul-Variantionen überzeugen – oft und gern in gedämpften Tempi (die er bei Bedarf, und auf Wunsch des Auftraggebers, auch gern mit Uptempo-House-Dance-Beatz abwechselt) und ebenso gern in unmittelbarer Reichweite zu den Großen dieser Fachrichtung, die unter anderem als Freddie Jackson oder Will Downing in tief-romantisch Sound-Ambiente eintauchen. Wessen Sinne in diesen Regionen angesprochen werden, der sollte sich gerade jetzt mit Brian Christopher umgeben – unter www.brianchristopheronline.com gibt´s das Beste aus seinem aktuellen Schaffen gerade unter besonders günstigen Bedingungen.

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JANELLE MONÁE „The Electric Lady“ (Warner)

Die Zukunft ist heute. Janelle Monáe macht die Musik dazu. Jetzt Kapitel IV und V. Electric Overdrive in allen Bereichen. Nicht ganz mit der überschäumenden Brillanz ihres 2010er Debuts, aber immer noch mit ausreichend Kraft und Überzeugung, um die musikmachende Konkurrenz (oder die, die sich dafür hält) aus der ersten Reihe des Geschäfts mittels ihres ganz besonderen Charmes in Schach zu halten. Gut so und allein dafür sollten wir das Schaffen der Frau Monáe lobpreisen. Dabei kommt sie uns auch als „The Electric Lady“ nicht als weit in die Zukunft der Pop-Musik (und Janelle ist Pop, lebt Pop, macht Pop – Pop-A-La-Pop!) weisende Weggefährtin entgegen – vielmehr wirbelt sie eventuell mal wieder fest gezurrte Sound- und Stilgrenzen durcheinander und stellt unverblümt die Krach-Gitarre neben die Marilyn-Sugar-Monroe-Ukulele, läßt ein volltönendes Orchester wundervollste Harmonien abspielen und rap-radebrechende Gesellen auftreten. Den Rest hat uns (und der Janelle) Frank Farian mittels seines Boney M. Reiseführers „Nightflight To Venus“ en détail schon vorausgeplant. Bei Lady Monáe darf man sich dazu immer mal wieder an die Schaffenskraft des einst purpurnen Prinzen von Minneapolis erinnert fühlen, der konsequenterweise gleich höchstselbst einen Auftritt wagt, und vor Erykah Badu und Esperanza Spalding zu den VIP-Gästen zählen darf. Und noch etwas – die Frau ist sicher nicht im Besitz der aller-tollsten Soul-Stimme innerhalb dieses Universums – dennoch ist es nicht vollkommen un-spannend ihren vokal vorgetragenen Aussagen gewisse Aufmerksamkeit zu widmen. Außerdem läßt die Janelle auch gern die Augen sprechen – ihre eigenen und auch die von Dorothy Dandrige, die einst als Carmen Jones nicht nur dem Harry Belafonte die Sinne raubte – hypnothische Wirkungen und entsprechende Zustände der Verwirrung sind einkalkuliert und verstärken Reiz und Wirkung der „Electric Lady“ immens. Viel Spaß dabei.
Wertung: 8/10
Info: www.janellemonae.com
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THE POETS OF RHYTHM „Anthology 1992-2003“ (Daptone)

Deep-Soul-Rhythm&Funk. Die Domäne der Daptone Records. Hier und jetzt mit einer umfassenden Hommage an die unbesungenen Helden der deutschen Fraktion dieses Genres. Die Wurzeln der Poets Of Rhythm liegen irgendwo in den frühen 80ern, ihr Sound war eh und je von ungeschliffener Brillanz, von urwüchsiger Kraft aus echtem Schrot und Korn, immer zumindest auf den Höhen, die die US-Originale und Vorbilder der JB´s, Clinton oder der Meters einst definierten. Nun also das Wichtigste der Poets in konzentrierter Form, dazu eine ganz feine Einladung des legendären Edan, der uns mittels seiner 1-Hand-2-Plattenspieler Kunst die Vorzüge der Band beeindruckend näherbringt. Get Up & Dance!

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THE DECODERS feat. DIVINE BROWN „Completeness“

Reggae? Nicht für uns, bitte. Diese generelle Vorauswahl darf einem natürlich nicht den Blick für wesentliche Qualitäten verschließen. Beispiel: The Decoders. Diese Herren bringen schon seit geraumer Zeit zusammen, was eigentlich nicht unbeding zu passen scheint. Bestes Musik-Erlebnis und Reggae, hier in der pop-affinen „Lovers Rock“ Variante, die in der Bearbietung durch die Decoders immer wieder mit wichtigen Anreizen anderer Schwarz-Musiken angereichert wird. Das hört man gern, nicht wahr? Noch besser wird´s durch das Grundthema, dem sich die Band schon seit geraumer Zeit verschrieben hat. Es gilt Minnie Ripperton, und ihren musikalischen Begleitern, eine rechte Ehre zu erweisen. „Completeness“ (ein weiterer Trumpf des Decoders Spielgeschehens ist das Mitwirken ganz besonders feiner Damen-Stimmen – hier ist´s die Kanadierin Divine Brown, deren Solo-Alben in eingeweihten Kreisen schon aufhorchen ließen)ist nun schon der dritte Auszug aus einem bevorstehenden Album namens „Adventures From Paradise: A Tribute to Minnie Riperton“, dass uns schon in naher Zukunft gefangen nehmen soll.

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REGGIE B. „DNA“ (Tokyo Dawn Records)

Tokyo Dawn auf gewohntem Terrain. Reggie B. ist konsequenten Verfolgern der Firma selbstredend aus diversen Gast-Partien bekannt – nun steht sein Debut als Mittelpunktler an, für dessen Gelingen er sich wertigst begleiten (DJ Spinna oder Kan Sano) läßt und auf bewährt durchschlagende Electro-Funk-Beater in Kombination mit Soul-Stimme setzt. Das passt. „DNA“ wird ab 22.10. verfügbar sein.

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